SCRM: Geopolitische Risiken sorgen deutschen Mittelstand

Laut einer Umfrage von Kloepfel Consulting treiben geopolitischen Risiken mittelständische Unternehmen in Deutschland mehr um als den bisherigen Sorgen-Spitzenreiter steigende Kosten.  

Die Auswirkungen geopolitischer Risiken auf ihr Supply Chain Management bereiten deutschen Mittelständler besonders großes Kopfzerbrechen, so eine Umfrage. (Symbolbild: TMLsPhotoG / AdobeStock)
Die Auswirkungen geopolitischer Risiken auf ihr Supply Chain Management bereiten deutschen Mittelständler besonders großes Kopfzerbrechen, so eine Umfrage. (Symbolbild: TMLsPhotoG / AdobeStock)
Therese Meitinger

Die Sorgen deutscher Fach- und Führungskräfte mittelständischer Unternehmen bis 500 Millionen Euro Jahresumsatz haben sich in den vergangenen sieben Monaten verschoben. Dies hat die auf Lieferketten spezialisierte Unternehmensberatung Kloepfel Consulting in einer aktuellen Online-Umfrage unter 186 Fach- und Führungskräften ermittelt. Das geht aus einer Pressemitteilung vom 17. März hervor. Die stichprobenartige Umfrage erfolgte demnach branchenübergreifend zwischen dem 2. und 15. März. Die vorherige, referenzierte Umfrage fand im September 2022 mit 104 Teilnehmern statt.

Gefragt wurden die Teilnehmer Kloepfel Consulting zufolge jeweils, zu welchem Thema sie sich große, mäßige und keinen Sorgen machen. Im Folgenden stehen die größten Sorgen im Fokus. Im März 2023 verdrängte laut der Umfrage die Sorge vor geopolitischen Risiken (67 Prozent) die Sorge vor steigenden Kosten (47 Prozent) von Platz eins auf Platz vier. Zuvor waren 50 Prozent der Teilnehmer wegen der geopolitischen Gefahren besorgt. Im September vergangenen Jahres befürchteten 71 Prozent steigende Kosten. Aktuell ist der Wert auf 47 Prozent gefallen.

Während im September noch unklar war, ob es zu Stromausfällen im Winter kommen kann, blieb die Versorgung mit Strom gesichert. Die Sorge vor hohen Strompreisen ist in der Umfrage jedoch bei mehr als jedem zweiten Befragten (56 Prozent) groß. In der vorherigen Umfrage waren es noch 71 Prozent.

Lieferketten und Rohstoffknappheit bleiben problematisch

51 Prozent der von Kloepfel Consulting Befragten bereiten gestörte Lieferketten Kopfzerbrechen. Dies sind jedoch sechs Prozentpunkte weniger als noch im September 2022. Rohstoffknappheit machen aktuell 34 Prozent der Teilnehmer zu schaffen. Vergangenen September waren es 36 Prozent.

41 Prozent (zuvor 43 Prozent) der befragten Manager machen fehlende Fachkräfte große Sorgen. Die Sorgen vor Naturkatastrophen sind ebenfalls fast unverändert. Im März liegen sie bei 31 Prozent und im September bei 29 Prozent. Auch die Befürchtungen vor Cyberangriffen sind gleich hoch geblieben. Aktuell liegen sie bei 28 Prozent, davor lagen sie bei 29 Prozent.

Die Sorgen vor Nachfragerückgängen sind den Umfrageergebnissen zufolge erfreulicherweise deutlich kleiner geworden. So gaben nur acht Prozent an, sie hätten große Sorgen (zuvor waren es 29 Prozent). Mäßige Sorgen vor einer sich abschwächenden Nachfrage haben derzeit 35 Prozent – davor waren es 50 Prozent.

Abhängigkeiten von China

Ergänzt wurde die Umfrage um die Frage nach der Abhängigkeit von China. 62 Prozent der Manager gaben an, dass sie dies nicht betrifft. Von den restlichen Befragten, die chinesische Vorleistungen beziehen, sagen 16 Prozent, dass sie sich vollständig unabhängig machen konnten. 47 Prozent konnten dies bisher teilweise und 37 Prozent kaum.

Überwiegend kommen die Befragten aus dem verarbeitenden Gewerbe. 21 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Maschinen- und Anlagenbau sowie dem Automotive-Bereich. Die Chemie-Sparte war mit zehn Prozent beteiligt. IT-Unternehmen und der Handel waren jeweils mit sieben Prozent vertreten. Bei Konsumgüter Food und den Dienstleistern waren es jeweils sechs Prozent. Bei Konsumgüter Non-Food, den High-Tech Unternehmen und der Bau-Branche waren es jeweils fünf Prozent. Der Health Care Bereich war mit vier Prozent und die Pharmaindustrie war mit drei Prozent beteiligt. Die restlichen 21 Prozent sind sonstigen Branchen zuzuordnen.