SCRM: Die Coronakrise verändert die Risikolandschaft deutlich

Frühwarnmeldungen für eine Lieferketten-Unterbrechung stiegen laut dem "Risk Report" zwischen Januar und Mai 2020 um 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Menschenrechts- und Arbeitsrechtsrisiken nahmen zwischen Januar und Mai 2020 um 69 Prozent gegenüber Vorjahr zu. (Foto: Ilkercelik / Fotolia)
Menschenrechts- und Arbeitsrechtsrisiken nahmen zwischen Januar und Mai 2020 um 69 Prozent gegenüber Vorjahr zu. (Foto: Ilkercelik / Fotolia)
Therese Meitinger

Der Münchener IT-Anbieter Riskmethods hat die wichtigsten Lieferkettenrisiken im Jahr 2019 untersucht – und wie sie sich in der ersten Hälfte des Jahres 2020 aufgrund von COVID-19 verändert haben. Das geht aus einer Mitteilung vom 20. Juli hervor. Ziel des „Riskmethods 2020 Risk Report: The Year That Changed Everything“ ist demnach die Analyse von Trends im Risikomanagement von Unternehmen mit komplexen Lieferketten. Künftig sollen die Berichte zur Risikolandschaft jährlich erscheinen. Basis des Risk Reports sind Daten aus dem Daten-Ökosystem von Riskmethods.

Die Coronaviruskrise brachte Riskmethods zufolge neue und verschärfte Bedrohungen mit sich, die einen Schockeffekt auf die globalen Lieferketten hatten. Zwischen Januar und Mai 2020 ist laut dem Risk Report die Gesamtzahl der Frühwarnmeldungen für eine Unterbrechung der Lieferkette im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 34 Prozent gestiegen. Das betraf demnach insbesondere Störungen an Lieferantenstandorten (+ 151 Prozent) und bei eigenen Werken (+100 Prozent), zum Beispiel durch Feuer, Explosionen, Stromausfall oder Naturkatastrophen. In den ersten fünf Monaten habe es außerdem es so viele Force Majeure-Anzeigen von Lieferanten (Nichterfüllung von Lieferung/Leistung aufgrund „höherer Gewalt“) wie im gesamten Jahr 2019, so Riskmethods.

Die Coronakrise verschiebt die Prioritäten

Der Risk Report 2020 untersucht auch die Veränderungen in bestimmten Risikokategorien im Jahresvergleich. Den größten Anstieg – um ein 35-faches – von Januar bis Mai 2020 verzeichnete der Erhebung zufolge – nicht überraschend – das Pandemierisiko im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Cyber-Sicherheitsrisiko stieg demnach um 180 Prozent, unter anderem, weil viele Mitarbeiter im Home Office und damit aus einer weniger sicheren Umgebung arbeiteten. Menschenrechts- und Arbeitsrechtsrisiken lagen laut dem Report um 69 Prozent höher.

„Die globale Pandemie hat uns gelehrt, wie schnell sich die Risikolandschaft verändern kann. Unternehmen, die sich jetzt ausschließlich auf das Pandemierisiko konzentrieren, sind verwundbar, weil sie Gefahr laufen, den Blick auf andere Risiken und Warnsignale im Markt aus den Augen zu verlieren. Angesichts dieser zunehmenden Komplexität der Supply-Chain-Risiken benötigen Unternehmen strategische, proaktive, datengestützte Ansätze für das Risikomanagement, um in der neuen Normalität zu überleben“, so Heiko Schwarz, Gründer von Riskmethods.

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