SCM-Studie: Stabile Lieferketten lassen Kosteneffizienz in Fokus treten

Laut einer Studie von IDC und Project44 sehen Führungskräfte unterschiedlicher Branchen den Hebel für Kosteneffizienz und Geschwindigkeit entlang der Lieferkette vor allem in der Transparenz. 

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten investieren Unternehmen in unterschiedlichen Industrieländern aktuell in Visibility-Lösungen. (Symbolbild: Witthaya / AdobeStock)
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten investieren Unternehmen in unterschiedlichen Industrieländern aktuell in Visibility-Lösungen. (Symbolbild: Witthaya / AdobeStock)
Therese Meitinger

Welche Trends und Herausforderungen prägen aktuell die Supply Chain? Die Analysten von IDC haben im Auftrag des Softwareanbieters Project44 dazu Führungskräfte von Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Regionen befragt, wie eine Pressemitteilung vom 4. Oktober berichtet. Der Schwerpunkt lag dabei nach Firmenangaben auf der Datennutzung und Automatisierung sowie auf Technologien wie Machine Learning, die zu mehr Transparenz in der Lieferkette und einer höheren Reaktionsgeschwindigkeit beitragen und auf diese Weise nicht nur reaktive, sondern auch prädikative Entscheidungen ermöglichen sollen.

Für die Umfrage wurden laut Project44 im ersten Quartal 2023 mehr als 1000 Supply-Chain-Führungskräfte von Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 100 Millionen und einer Milliarde US-Dollar befragt. Die Firmen haben ihren Sitz in 14 Ländern in Nordamerika, Lateinamerika, EMEA und APAC.

Transparenz über Supply Chain ist Voraussetzung

Die Befragten stufen der Pressemitteilung zufolge die Optimierung der Lieferketten zur Kostensenkung als oberste Priorität für die nächsten zwölf Monate ein. Als wichtigster Faktor gelte dabei ein Höchstmaß an Transparenz über die gesamte Supply Chain hinweg, heißt es vonseiten der Studienautoren. Bemerkenswert sei, dass diese Ansicht in allen untersuchten Branchen (Automotive, industrielle Fertigung, Life Sciences, Einzelhandel, Konsumgüter, Lebensmittel und Getränke, Öl und Gas sowie industrielle Chemikalien und Baustoffe) geteilt werde.

Als weitere wichtige Erkenntnisse aus dem Whitepaper benennt Project44:

  • Es gibt noch Potenzial bei der Steigerung der Geschwindigkeit: Mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen stimmt in der Studie der Aussage zu, dass die Weitergabe von Informationen in strukturierter digitaler Form zu mehr Leistung und Geschwindigkeit der Lieferkette führt. Allerdings werden weniger als die Hälfte der Logistikdaten derzeit auf diese Weise geteilt.
  • Mangelnde operative Sichtbarkeit ist teuer: Fast ein Drittel der Befragten gab in der Studie an, dass ihr Unternehmen aufgrund mangelnder operativer Visibilität in der Lieferkette überhöhte Logistikkosten zahlt oder Umsatzverluste erleidet.
  • Unternehmen investieren trotz wirtschaftlicher Unsicherheit in Visibility-Lösungen: Mehr als 72 Prozent der befragten Organisationen erhöhen Project44 zufolge ihre Investitionen in Visibility-Lösungen für ihre Supply Chain oder behalten sie in der jetzigen Höhe bei.

„Obwohl wiederholte Störungen wie die derzeitige Dürre im Panamakanal die Supply Chain belasten, haben sich die Bedingungen in den Lieferketten wieder auf das Niveau vor der Pandemie eingependelt“, sagte Michael Cucchi, SVP Produktmarketing bei Project44.

Die Führungskräfte nutzten diese Gelegenheit zu Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit und der Kosteneffizienz, um zukünftige Ausfälle sowie Kosten- und Umsatzeinbußen wie in der Covid-Ära zu vermeiden, so Cucchi weiter.

„Um die Reaktionsgeschwindigkeit und die Genauigkeit im Sinne einer End-to-End-Visibilität zu erhöhen, ist ein fundiertes Wissen über die Trends in der Lieferkettentechnologie notwendig“, so Simon Ellis, Leiter Analyst für Lieferketten und Group VP bei IDC. „Unsere Untersuchung zeigt, dass Unternehmen eine hohe Geschwindigkeit nur dann erreichen und effizientere und fundiertere Entscheidungen treffen können, wenn sie die Visibilität, die Genauigkeit der Informationen und die Kontrolle über ihre Lieferketten verbessern. Die Umfrage belegt, dass die Mehrheit der Unternehmen solche Initiativen priorisiert.“