SCM-Studie: Mehr als ein Drittel der deutschen Unternehmen nutzt Excel als Rückgrat für die Lieferkettenplanung

Die Umfrage zeigt zudem, dass 89 Prozent der deutschen Unternehmen nicht innerhalb von 24 Stunden auf Störungen reagieren können.

Bildschirmanzeige des Tabellenkalkulationsprogramms Excel von Microsoft. (Foto: wachiwit/stock.adobe.com)
Bildschirmanzeige des Tabellenkalkulationsprogramms Excel von Microsoft. (Foto: wachiwit/stock.adobe.com)
Matthias Pieringer

37 Prozent der deutschen Unternehmen setzen nach wie vor rein auf das Tabellenkalkulationsprogramm „Excel“ als technologische Grundlage für ihre Lieferkettenplanung oder auf eine Kombination von Excel mit eigenständigen Supply-Chain-Tools. Dies zeigt eine neue IDC-Studie im Auftrag des SCM-Softwareanbieters Kinaxis. Für die Studie wurden im Dezember 2023 1.800 Lieferkettenverantwortliche befragt, darunter 200 aus Deutschland. Global setzen durchschnittlich nur 18 Prozent auf Excel, in den USA acht Prozent und in Indien nur drei Prozent.

Die globale Umfrage zeigt laut Kinaxis außerdem, dass die meisten Unternehmen damit zu kämpfen haben, ihre Abläufe inmitten einer Flut von Störungen durch geopolitische Konflikte, Naturkatastrophen und andere Unbeständigkeiten flexibel und anpassungsfähig zu halten. So seien 89 Prozent der deutschen Unternehmen nicht in der Lage innerhalb von 24 Stunden auf Störungen zu reagieren – im Durchschnitt bräuchten sie gar vier Tage, teilte Kinaxis kürzlich mit. Dennoch gaben in der Studie 38 Prozent der deutschen Unternehmen an, mit ihrer Reaktionszeit „sehr zufrieden“ zu sein.

Über die verschiedenen Branchen hinweg sind die globalen Ergebnisse zur Reaktionszeit Kinaxis zufolge konsistent: So geben beispielsweise 15 Prozent in der Automobilbranche an, dass sie innerhalb eines Tages reagieren können, gegenüber 17 Prozent bei Verbrauchsgüterherstellern, 15 Prozent in der Medizinbranche und 14 Prozent in der Luft- und Raumfahrt. Lediglich Hersteller von Öl, Gas und Chemikalien sind laut den Studienergebnissen deutlich schneller als der Durchschnitt: Hier geben 28 Prozent der Hersteller an, innerhalb von 24 Stunden auf Störungen reagieren zu können.

„Excel ist natürlich auch heute noch ein wichtiges Tool in der Lieferkettenplanung, auf das niemand vollständig verzichten kann und möchte. Gleichzeitig bin ich schockiert, dass bei einem Drittel der Unternehmen die Abläufe noch zu einem entscheidenden Teil auf Excel basieren“, sagte Martin Bilstein, Regional Vice President für die DACH-Region bei Kinaxis. „Künstliche Intelligenz ist besonders in der Lieferkettenplanung ein Segen – doch bevor wir die Vorteile davon flächendeckend sehen werden, müssen wir zunächst noch an den Grundlagen arbeiten. Dazu gehört, Excel aus den Kernprozessen zu verbannen und die Planung zentral in einem System zusammenzuführen.“