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SCM: Mercedes-Benz Cars entwickelt Blockchain-Prototyp

Autohersteller will für höheres Maß an Transparenz in komplexen Lieferketten sorgen.

Mercedes-Benz Cars und Icertis haben einen Blockchain-Prototyp programmiert. In einem Pilotprojekt wird getestet, wie die Anwendung durch die Lieferanten und Partner umgesetzt wird. (Foto: denisismagilov/AdobeStock)
Mercedes-Benz Cars und Icertis haben einen Blockchain-Prototyp programmiert. In einem Pilotprojekt wird getestet, wie die Anwendung durch die Lieferanten und Partner umgesetzt wird. (Foto: denisismagilov/AdobeStock)
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Matthias Pieringer

Mercedes-Benz Cars und Icertis, ein Anbieter von Enterprise Contract Management Lösungen in der Cloud, schließen eine strategische Partnerschaft, um eine durchgängige Dokumentation von Verträgen in der Lieferkette sicherzustellen. Daimler verpflichte seine direkten Lieferanten, die Standards und vertraglichen Verpflichtungen in Bezug auf Arbeitsbedingungen, Menschenrechte, Umweltschutz, Sicherheit, Geschäftsethik und Compliance innerhalb der Lieferkette mit Nachdruck weiterzugeben und zu kontrollieren, hieß es in einer Pressemitteilung der Stuttgarter vom 25. Februar. Der Blockchain-Prototyp ermöglicht es den Angaben zufolge, diese Weitergabe über die gesamte Lieferkette hinweg transparent abzubilden und nachzuvollziehen. Sollte einer der Sub-Lieferanten von den vertraglichen Verpflichtungen abweichen, werde dies in der Blockchain sichtbar, ähnlich wie in einem sicheren Buchführungssystem.
 

Feedback aus Pilotprojekt einholen

Mercedes-Benz Cars und Icertis haben zusammen einen Prototyp entwickelt und programmiert. In diesem Pilotprojekt wird nun getestet, wie die Anwendung durch die Lieferanten und Partner umgesetzt wird und entsprechendes Feedback eingeholt.

„Die Blockchain-Technologie besitzt das Potenzial, unsere Beschaffungsprozesse grundlegend zu revolutionieren und könnte Auswirkungen auf nahezu die gesamte Wertschöpfungskette haben“, sagte Wilko Stark, Mitglied des Bereichsvorstands Mercedes-Benz Cars, Einkauf und Lieferantenqualität. „Globale Lieferketten werden immer komplexer. Mit unserem Blockchain-Prototyp testen wir im ersten Schritt eine der vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten mit dem Ziel, mehr Transparenz in den Lieferketten über unsere direkten Lieferanten hinaus zu schaffen.“

Nachhaltiges Transaktionsbuch

Die Platzierung von Vertragsklauseln lässt Mercedes-Benz Cars zufolge in der Blockchain ein nachhaltiges Transaktionsbuch entstehen. Die Weitergabe und Bestätigung der Daimler-Nachhaltigkeitsanforderungen könne durch alle Teilnehmer der Lieferkette nachvollzogen werden. Vertrauliche Informationen seien nicht ersichtlich. Mit dem Prototyp werde durch das Offenlegen nachhaltigkeitsrelevanter Informationen Vertrauen in die Integrität der Lieferkette geschaffen, ohne wettbewerbsrelevante Informationen preiszugeben

„Die Weitergabe von Verträgen an jedes Mitglied der Lieferkette insbesondere in Bezug auf Nachhaltigkeit und ethisches Verhalten ist die Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten. Der Blockchain-Prototyp eröffnet völlig neue Wege, Einkaufsprozesse einfacher und sicherer zu gestalten“, sagte Sabine Angermann, Bereichsleiterin Einkauf und Lieferantenqualität für Rohmaterial und Strategie, Mercedes-Benz Cars.

Rückverfolgbarkeit in der Supply Chain

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist laut Mercedes-Benz Cars die Rückverfolgbarkeit von Bauteilen und Rohstoffen. Komplexe Lieferketten könnten offengelegt und die Herkunft über die beteiligten Partner hinweg nachvollzogen werden.

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