Werbung
Werbung
Werbung

SCM: Lieferketten durch Japan-Beben massiv beeinträchtigt

Supply-Chain-Experten versuchen Logistik-Probleme zu lösen.
(Foto: Fotolia.com/ brian jackson)
(Foto: Fotolia.com/ brian jackson)
Werbung
Werbung
Matthias Pieringer

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Erdbeben im japanischen Kumamoto, bei dem am 16. April Dutzende von Menschen umkamen, sind laut einer Mitteilung des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) gravierender als die Nuklearkatastrophe von Fukushima. „Die Lieferketten zahlreicher in- und ausländischer Industrieunternehmen wurden massiv beeinträchtigt“, teilte Horst Wiedmann, Leiter Strategische Materialwirtschaft und Zentrale Services beim Automobilzulieferer ZF und Vorstandsvorsitzender des BME, am 17. Mai in Friedrichshafen mit.

Einsturzgefährdete Gebäude

Nach aktuellen BME-Informationen mussten inzwischen mehrere Automobilhersteller, darunter General Motors, Toyota, Honda und Nissan, vorübergehend ihre Werke in Japan schließen. Sony habe die Herstellung von Bildsensoren für Kameras gestoppt, weil dort ebenfalls ein Werk beschädigt worden sei. Wie in anderen Fabriken der Umgebung sei ein Neustart der Montage nicht so schnell möglich, da viele Gebäude einzustürzen drohten, so der BME in seiner Mitteilung. Alle betroffenen Unternehmen stünden jetzt vor der Aufgabe, die betroffenen Logistikketten durch andere Lieferanten kurzfristig zu überbrücken.

Schnelle Krisenreaktion unerlässlich

Wiedmann: „Die jüngste Naturkatastrophe hat wieder einmal gezeigt, wie komplex und verletzlich die modernen globalen Supply Chains sind. Jetzt sind alle die Unternehmen im Vorteil, die ihr Risiko- und Beschaffungsmanagement rechtzeitig gegen plötzliche Störungen der Lieferkette wetterfest gemacht haben.“ Risikoprävention und schnelle Krisenreaktion durch gezielte Maßnahmenplanung seien in einer immer fragiler werdenden Welt unerlässlich. Das habe die jüngste Katastrophe in Japan einmal mehr bestätigt.

Krisenmanagement-Meetings

Einkaufs- und Supply-Chain-Experten von ZF seien – ähnlich wie die Teams von Bosch und Continental – seitdem vor Ort, um die durch das Erdbeben entstandenen logistischen Probleme zu lösen. Parallel dazu gebe es bei ZF tägliche Krisenmanagement-Meetings, um die Auswirkungen des Erdbebens auf die ZF-Lieferketten zu mildern.

Produktionsausfälle und höhere Gewalt

ZF habe laut Wiedmann wie andere Branchenunternehmen mit erheblichen Produktionsausfällen in Japan zu kämpfen. Fabrikhallen seien teilweise erheblich beschädigt, zerstörte Maschinen und Anlagen müssten neu aufgebaut werden. Viele Lieferanten müssten sich angesichts ausfallender Lieferungen auf höhere Gewalt berufen und hätten deshalb Force Majeure für sich reklamiert.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung