SCM: Lieferanten bestehen zunehmend auf Vorkasse

Laut einer Umfrage des Anbieters Taulia waren 2021 rund 38 Prozent der Lieferanten daran interessiert, vorzeitig für ihre Leistungen entlohnt zu werden.

Erst das Geld, dann die Ware: Laut einer Erhebung von Taulia wünschen sich immer mehr Lieferanten vorzeitig bezahlt zu werden. (Symbolbild: Studio Gi/Fotolia)
Erst das Geld, dann die Ware: Laut einer Erhebung von Taulia wünschen sich immer mehr Lieferanten vorzeitig bezahlt zu werden. (Symbolbild: Studio Gi/Fotolia)
Sandra Lehmann

Das Interesse von Zulieferern an einer vorzeitigen Bezahlung ihrer Rechnungen wächst: Im Jahr 2021 nutzten doppelt so viele Unternehmen (38 Prozent) die Möglichkeit vorzeitiger Zahlungen wie im Jahr 2017 (19 Prozent). Das geht aus einer Lieferantenumfrage des Technologieanbieters Taulia hervor, die seit 2017 jährlich durchgeführt wird. Demnach ist eine wachsende Anzahl von Zulieferern daran interessiert, regelmäßig nach Freigabe einer Rechnung vorgezogene Zahlungen zu erhalten und diese als zusätzliche Finanzierungsquelle zu nutzen: Im Jahr 2021 war rund ein Fünftel (22 Prozent) der Lieferanten daran interessiert, von ihren Kunden vorzeitig bezahlt zu werden, verglichen mit 15 Prozent im Jahr 2017. Die Beweggründe der Lieferanten, vorzeitige Zahlungen in Anspruch zu nehmen, variierten.

Im Jahr 2021 wurden von den Befragten folgende Hauptgründe genannt:

  • 1. Cashflow-Lücke (49 Prozent)
  • 2. Planungssicherheit von Zahlungseingängen (27 Prozent)
  • 3. Bedarf an Betriebskapital (21 Prozent)
  • 4. Benutzerfreundlicher Zugang zur Finanzierungsquelle (18 Prozent)
  • 5. Verringerung Forderungslaufzeit (DSO) (sieben Prozent)

Es gibt laut Taulia auch eine klare Entwicklung hin zu einem besseren Zahlungsverhalten der Unternehmen: Der Zahlungsverzug ist von 45 Prozent im Jahr 2017 auf 36 Prozent im Jahr 2021 gesunken. Dieser Rückgang sei ein Zeichen für die verbesserte Automatisierung und den Wunsch der einkaufenden Unternehmen, die finanzielle Stabilität ihrer Lieferanten zu unterstützen .

„Die finanzielle Stabilität der Lieferanten ist für den Aufbau robuster Lieferketten von größter Bedeutung. Die Ergebnisse unserer Studien sprechen für sich selbst, wenn es darum geht, zu zeigen, welche Fortschritte gemacht wurden, um sicherzustellen, dass die Zulieferer so bezahlt werden, wie sie es wünschen - vorzeitig oder termingerecht. In diesem Jahr kam es aufgrund zahlreicher externer Faktoren zu erheblichen Störungen in den Lieferketten, doch eine angemessene Finanzierung sollte kein Hindernis darstellen“, sagt Cedric Bru, CEO von Taulia.

„Durch Zusammenarbeit können alle Beteiligten in der Lieferkette das Wachstum ihres eigenen Unternehmens und das der anderen Unternehmen fördern, indem sie Wahlmöglichkeiten, Flexibilität und Konsistenz bei der Bezahlung sicherstellen. Wir hoffen auf weitere Fortschritte für Unternehmen jeder Größe. Und wir wissen, dass wir durch die Bereitstellung der besten Technologie aktiv dazu beitragen können, diese Möglichkeiten so vielen Unternehmen wie möglich zugänglich zu machen“, so Bru weiter.

Taulia führt seit 2017 jedes Jahr eine Lieferantenumfrage durch, deren Bericht jeweils im Folgejahr veröffentlicht wird. In diesem Fünfjahreszeitraum wurden nach Eigenangaben weltweit insgesamt 79.918 Umfrageantworten gesammelt. Die Teilnehmer der Umfragen wurden per E-Mail kontaktiert und variierten in Bezug auf Geografie, Berufsbezeichnung und Branche.

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