SCM-Kongress: aim10x widmet sich Lieferketten in Zeiten der künstlichen Intelligenz

Der Supply-Chain-Kongress des Softwareanbieters o9 versammelte die Supply-Chain-Community in der Münchener BMW Welt.

Stephan de Barse, Chief Revenue Officer bei o9, sprach in seinem Eröffnungsvortrag über „The Imperative of Digital Transformation“. (Bild: o9)
Stephan de Barse, Chief Revenue Officer bei o9, sprach in seinem Eröffnungsvortrag über „The Imperative of Digital Transformation“. (Bild: o9)
Therese Meitinger

Wie Unternehmen ihre Lieferketten für volatile Zeiten aufstellen und welche Rolle die Digitalisierung dabei spielen kann, war am 23. Mai Thema der Konferenz „aim10x München“ von o9. Der amerikanische Supply-Chain-Softwareanbieter hatte die Supply-Chain- und IT-Community in die BMW-Welt geladen, rund 120 Teilnehmer verfolgten das Programm aus Keynotes, Use Cases, Produktdemonstrationen und Get-togethers in der Isarmetropole. In seinem Eröffnungsvortrag „The Imperative of Digital Transformation“ stellte Stephan de Barse, Chief Revenue Officer bei o9, Treiber und Voraussetzungen für resiliente, datengetriebene Lieferketten vor.

„Große Teile des relevanten Wissens sind über einzelne ,Stämme‘ verteilt. Der erste Schritt muss darin liegen, vereinzeltes ,Stammeswissen‘ digital zu erfassen“, erläuterte de Barse.

Im nächsten Schritt komme es für Unternehmen darauf an, die Anforderungen aus dem ESG-Sektor mit denen des SCM in Einklang zu bringen. Das Zielszenario beschrieb er als berührungslose, weitestgehend automatisierte Lieferkettenplanung.

„Die Volatilität in den Lieferketten wird bleiben und die Software muss in der Lage sein, die notwenige Flexibilität für Unternehmen zu gewährleisten, indem sie Veränderungen aufnimmt“, so Patrick Lemoine, Vice President Global Industry Solutions bei o9 gegenüber LOGISTIK HEUTE

Künstliche Intelligenz könne dabei eine zentrale Rolle spielen. Machine-Learning nutze man in dem Softwareunternehmen seit Jahren beispielsweise in Prognosemodellen. Mit komplexeren AI-Algorithmen gelinge es zunehmend, konkrete Informationen aus der Datenflut herauszuziehen, um beispielsweise einzelne Transaktionen zu bewerten. „Generative KI ist aktuell das heißeste Thema und es geht darum, Supply Chains in Large-Language-Models abzubilden. Der erste Schritt muss dabei in KI-Assistenten liegen, die in natürlicher Sprache antworten, im zweiten Schritt soll der Assistent dann Empfehlungen aussprechen können.   

Eine Reihe von KI-Assistenten         

Vorgestellt wurde auf der Konferenz dann auch die Roadmap des Unternehmens in Sachen generativer künstlicher Intelligenz: Sie sieht das Ausrollen von generativen KI-Assistenten auf der SCM-Plattform von o9 vor, die Prognose-, Planungs- und Optimierungs-Anfragen in natürlicher Sprache mit Sätzen aber auch Visualisierungen in Tabellen oder Graphen beantworten können. Später sollen einzelne KI-Applikationen zunehmend verkettet werden und eine Sequenz von Funktionalitäten abbilden können.

Im Rahmen von Anwenderbeiträgen schilderten mehrere Unternehmen Herausforderungen, die über die Software adressiert wurden. Marcelo Iuki, Head of Customer Excellence & Demand Planning bei Kraft Heinz, berichtete beispielsweise darüber, wie der Food-Konzern seine Absatzprognosegenauigkeit deutlich erhöhte. Weitere Speaker stammten unter anderem von McKinsey, Genpact, Nestlé, Garrett Motors, Canyon Bicycles, Marelli, Adidas und Marks & Spencer.  

Anne Molitor, Senior Supply Chain Manager bei TB International, beschrieb, wie der Streetwearspezialist sein Supply Chain Management auf einen datengetriebenen Ansatz umstellte und zu einer skalierbaren Lieferkette gelangte. Dabei spielte eine KI-basierte Absatzprognose eine zentrale Rolle.

„Alle reden über AI, uns war es wichtig, einen belastbaren Business Case dazu zu entwickeln, der für unsere Zwecke passt“, so Molitor.

Beim Entwickeln und Ausrollen der Lösung habe man dann auf einen inkrementellen Ansatz gesetzt, der ein schrittweises Vorgehen vorsieht. „Crawl, walk, run“ nennt Philipp Aschoff, Sales Lead DACH bei o9 das.