SCM: Europäische Lieferkette für Siliziumkarbid-Halbleiter

Bosch ist Konsortialführer des öffentlich geförderten Projekts „Transform“ mit europaweit 34 Partnern aus sieben Ländern.

Leistungshalbleiter aus Silziumkarbid von Bosch. (Foto: Bosch)
Leistungshalbleiter aus Silziumkarbid von Bosch. (Foto: Bosch)
Therese Meitinger

Siliziumkarbid (SiC)-basierte Technologien und die entsprechenden elektronischen Bauelemente nutzen elektrische Energie sehr effizient. Das öffentlich geförderte Projekt „Trusted European SiC Value Chain for a greener Economy“ (kurz „Transform“) hat sich nun den Aufbau einer resilienten europäischen Lieferkette für diese Technologien zum Ziel gesetzt – von den Ausgangsmaterialien und Wafern bis SiC-Leistungshalbleitern und kompletten Leistungselektroniken. Dafür arbeiten laut einer Pressemitteilung vom 9. November insgesamt 34 Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen aus sieben europäischen Staaten unter der Leitung von Konsortialführer Bosch zusammen.

„Das Projekt Transform soll dazu beitragen, dass Europa eine führende Position bei neuen Technologien auf Basis von Siliziumkarbid einnimmt“, sagt Jens Fabrowsky, Mitglied des Automotive Electronics Bereichsvorstandes bei Bosch.

Im Fokus des bis 2024 angelegten Förderprojekts stehen Bosch zufolge insgesamt fünf Anwendungsfälle aus den Bereichen Automobil, Industrie, erneuerbare Energien und Landwirtschaft.

Vom SiC-Wafer zur effizienten Leistungselektronik

Das Projekt „Transform“ zielt darauf ab, eine resiliente europäische Lieferkette für die Herstellung von Leistungselektroniken auf Basis von SiC-Leistungshalbleitern aufzubauen. Ihr Bedarf wird laut Bosch insbesondere in energieintensiven Anwendungen – vom Antrieb eines Elektrofahrzeugs bis zu Ladestationen und der Stromversorgung – stark wachsen. Das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Yole rechnet damit, dass der gesamte SiC-Markt bis 2025 jedes Jahr im Schnitt um 30 Prozent auf mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar wachsen wird. Im Rahmen des Förderprojekts sollen daher sowohl neue SiC-Technologien als auch Prozesse und Verfahren für ihre Herstellung entwickelt werden, heißt es. Darüber hinaus soll die Verfügbarkeit von Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Substraten und Wafern bis zu den Leistungselektroniken europäischer Lieferanten sichergestellt werden.

Das Projekt wurde nach Firmenangaben von der Europäischen Union mit einem Projektbudget von mehr als 89 Millionen Euro ausgestattet. Es vereint laut Bosch die Schlüsselakteure der SiC-Wertschöpfungskette aus Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Schweden, Spanien und der Tschechischen Republik. Zu den Partnerunternehmen gehören unter anderem Aixtron, Danfoss, EV Group, Premo, Saint-Gobain, Semikron, Soitec, STMicroelectronics und Valeo-Siemens Automotive. Beteiligte Wissenschaftsorganisationen sind beispielsweise die Brno University of Technology, CEA Leti, Fraunhofer IISB und die Universität von Sevilla.