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SCM: Den meisten Unternehmen fehlt ein ganzheitliches Risikomanagement

SCRM wird laut dem „Hermes-Barometer“ bevorzugt an Logistikdienstleister ausgelagert.

Die meisten deutschen Unternehmen setzen in Sachen SCRM mehr auf Einzelmaßnahmen denn auf durchgängige Konzepte, so das aktuelle Hermes-Barometer. (Foto: ilkercelik / Fotolia)
Die meisten deutschen Unternehmen setzen in Sachen SCRM mehr auf Einzelmaßnahmen denn auf durchgängige Konzepte, so das aktuelle Hermes-Barometer. (Foto: ilkercelik / Fotolia)
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Therese Meitinger

Nur vier von zehn Unternehmen betreiben ein ganzheitliches Risikomanagement in ihrer Supply Chain. Das ist eines der Ergebnisse des 11. Hermes-Barometers zum Thema „Risikoprävention und Versorgungssicherheit in der Supply Chain“, das der Logistiker Hermes Germany am 20. November veröffentlichte. Für die Umfrage wurden demnach 200 Logistikentscheider deutscher Unternehmen befragt.

Im Vergleich zu den Ergebnissen des Barometers aus dem Jahr 2015 gibt es, was die Nutzung eines ganzheitlichen Supply-Chain-Risikomanagements angeht, aus Sicht von Hermes nur marginale Abweichungen: Laut dem aktuellen Barometer betreiben derzeit 39 Prozent der Unternehmen einen ganzheitlichen Ansatz für ihre Lieferkette. Vor vier Jahren waren es bereits 37 Prozent der Befragten gewesen.

Gleichzeitig geht laut der Studie jedes zweite Unternehmen (50 Prozent) davon aus, dass das Beschaffungsmanagement ihres Unternehmens in Zukunft eine deutliche Verschärfung des Risikoumfeldes verzeichnen wird. Zudem sind 64 Prozent der Befragten der Meinung, dass auch die Informationsrisiken durch Hackerangriffe oder Computerviren eine zunehmende Bedrohung darstellen.

„Es ist nicht nachvollziehbar, warum nur so wenige Unternehmen eine ganzheitliche Risikoprävention und Bewältigung verfolgen“, sagt Jan Bierewirtz, CCO und Division Manager Commercial bei Hermes International, einem Geschäftsbereich von Hermes Germany.

Einzelmaßnahmen sollen Risiko minimieren

Dem Barometer zufolge ergreifen die Unternehmen jedoch durchaus Maßnahmen: So haben 57 Prozent der befragten Unternehmen für Risiken mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit einen Notfallplan erstellt. Jedes zweite Unternehmen verfügt laut Studie zudem über ein Frühwarnsystem, um sofort auf mögliche Gefahren innerhalb der Lieferkette reagieren zu können. Zusätzlich nutzt ein großer Teil der Unternehmen demnach verschiedene Methoden und Maßnahmen, um Risiken innerhalb der Lieferkette vorab zu identifizieren: 70 Prozent der Befragten nutzen etwa Bonitätsauskünfte. Auch Online-Recherchen (61 Prozent) oder Markt- und Wettbewerbsanalysen (60 Prozent) sind beliebte Mittel für die Risikoanalyse. Weniger beliebt sind spezielle Risikoanalyse-Softwares, sie werden laut Studie nur durch 35 Prozent der Umfrageteilnehmer genutzt. Ebenso die Szenariotechnik beziehungsweise Lückenanalyse, die von rund einem Fünftel der Befragten genutzt wird (22 Prozent).

Gründe für Prävention

Als sehr wichtige Gründe für die Risikoprävention innerhalb der Lieferkette identifizierte das Hermes-Barometer die Gewährleistung einer hohen Produktqualität (74 Prozent), die lieferantenseitige Einhaltung von Gesetzen (63 Prozent) oder die Sicherung der Versorgungssicherheit (57 Prozent). Weniger wichtige Gründe sind für 37 Prozent der Befragten die Einhaltung sozialer und ethischer oder ökologischer Standards durch die Lieferanten oder die Reduktion von Rohstoffpreisrisiken (27 Prozent).

Für das Outsourcing des Supply-Chain-Risikomanagements sind Logistikdienstleister für die teilnehmenden Entscheider die erste Wahl – noch vor auf Risikomanagement spezialisierte Beratungsunternehmen. Nach Aussagen der Umfrageteilnehmer binden mehr als die Hälfte der Befragten (56 Prozent) ihre Logistikdienstleister hinsichtlich der Strategien zur Risikoprävention systematisch ein und stimmen sich regelmäßig mit ihnen ab.

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