SCM: Continental verfolgt gesamte Kautschuk-Lieferkette digital

Eine digitale Lösung soll Nachvollziehbarkeit vom Anbau in Indonesien bis zur Reifenproduktion gewährleisten.

Das digitale Rückverfolgungssystem soll detaillierte Einblicke in Prozesse entlang der Lieferkette ermöglichen. (Foto: Continental)
Das digitale Rückverfolgungssystem soll detaillierte Einblicke in Prozesse entlang der Lieferkette ermöglichen. (Foto: Continental)
Therese Meitinger

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und das Technologieunternehmen Continental wollen mithilfe eines digitalen Rückverfolgungssystems eine Kautschuklieferkette lückenlos elektronisch rückverfolgbar machen. Einer Mitteilung vom 27. August zufolge erstreckt sich die Dokumentation dabei vom Anbau in Indonesien über die Weiterverarbeitung bis zur Reifenproduktion in Deutschland. Relevant könnte das auch im Hinblick auf ein mögliches Lieferkettengesetz werden, an dem das BMZ sowie das Bundesarbeitsministerium gerade arbeiten.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller:

„Ich freue mich, dass Vorreiter wie Continental zeigen: im digitalen Zeitalter können soziale und ökologische Mindestkriterien entlang der Lieferkette kontrolliert werden.“

Christian Kötz, Leiter des Geschäftsfeldes Reifen und Mitglied des Vorstands der Continental AG, betont:

„Die Schaffung nachhaltiger und rückverfolgbarer Lieferketten ist ein wesentlicher Bestandteil unserer umfassenden Sustainability-Strategie bei Continental.“

Man verfolge das Ziel, die elektronische Rückverfolgbarkeit innerhalb unserer Naturkautschuklieferketten sukzessive auszubauen und damit zur globalen Verbesserung der Nachhaltigkeit im Naturkautschuksektor beizutragen.

Produktion und Lieferkette detailliert auswerten

Continental kooperiert mit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit konkret im indonesischen West-Kalimantan auf Borneo. Die Projektpartner dokumentieren dem Unternehmen zufolge alle Schritte in der Lieferkette mit einem digitalen Rückverfolgungssystem. Bislang beteiligen sich 450 Kleinbauern daran. Anhand des digitalen Rückverfolgungssystems könnten die Produktion und die Lieferkette des Kautschuks detailliert ausgewertet werden, hieß es.

Die per GPS kartografierten Produktionsflächen, Rohkautschuk-Liefermengen und erzielten Verkaufspreise würden im System direkt bei Anlieferung im Warenhaus dokumentiert. Zudem kontrolliert das System nach Firmenangaben die gelieferte Rohkautschukmenge in Bezug zur Produktionsfläche. Übersteigt die angelieferte Menge demnach das zu erwartende Produktionsvolumen, gibt das System einen Hinweis. Mitarbeiter könnten so verhindern, dass Kautschuk aus nicht-registrierten Flächen, etwa illegal abgeholzten Gebieten, in die Lieferkette gelange, so Continental.

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