SCM: Cisco Systems erklimmt Spitze der Gartner Supply Chain Top 25

Einziges deutsches Unternehmen in der Bewertung ist BMW auf Platz 18.

Cisco Systems ist neuer Spitzenreiter der Gartner Supply Chain Top 25. (Foto: Cisco)
Cisco Systems ist neuer Spitzenreiter der Gartner Supply Chain Top 25. (Foto: Cisco)
Sandra Lehmann

Das Marktforschungsunternehmen Gartner Inc. Stamford, Connecticut (USA), hat sein Top 25-Ranking im Bereich Supply Chain Management 2020 veröffentlicht. Wie der Analyse-Spezialist bekannt gab, gibt es in der Bewertung einen neuen Spitzenreiter: das US-amerikanische Telekommunikations-Unternehmen Cisco Systems. Damit konnte sich der Konzern mit Sitz in San José, Kalifornien, von Rang fünf im vergangenen Jahr auf Platz eins verbessern. Laut Gartner liege dies vor allem auch am Engagement des Unternehmens in Sachen Nachhaltigkeit:

„Das Umsatzwachstum von Cisco, die Stärke in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) hat wesentlich zum Aufstieg von der fünften Position im Jahr 2019 auf den heutigen Spitzenplatz beigetragen", erläutert Mike Griswold, Vice President Analyst bei Gartner, das Ergebnis. „Der ESG-Schwerpunkt umfasst die Kreislaufwirtschaft mit dem Ziel, dass bis zum Geschäftsjahr 2025 rund 100 Prozent der neuen Cisco-Produkte dieses Prinzip erfüllen.“

In den Top 5 des Rankings folgen auf Cisco die Unternehmen Colgate-Palmolive, Johnson & Johnson, Schneider Electric sowie Nestlé. Darüber hinaus, so Gartner in einer Pressemitteilung, gibt es sechs Neueinsteiger in der Bewertung. Dazu zählen die Unternehmen: Lenovo, AbbVie, British American Tobacco, Reckitt Benckiser, Biogen sowie Kimberly Clark.

Adidas und BASF nicht mehr dabei

Das einzige deutsche Unternehmen, dass es in die Auswertung der besten 25 Konzerne geschafft hat ist der Münchner Autobauer BMW, der in diesem Jahr auf Platz 18 landet. Damit verbesserte sich der bayerische Automobilanbieter von Rang 25 im vergangenen Jahr um sieben Plätze nach oben. 2019 waren neben BMW noch weitere deutsche Firmen in der Bewertung gelistet, darunter BASF (Platz 22) und Sportartikelhersteller Adidas (Platz 23) – die es in diesem Jahr nicht mehr unter die Top 25 mit der besten Supply Chain weltweit geschafft haben.

In der 2015 eingeführten Kategorie „Masters“, einer Rubrik, in der sich nur Unternehmen finden, die es in den vergangenen zehn Jahren mindestens sieben Mal in die Top 5 des Rankings geschafft haben, sind 2020 ausschließlich Konzerne zu finden, die bereits 2019 zu den Masters zählten. Darunter sind: Amazon, Apple, P&G, McDonald’s und Unilever.

Zielgerichtetes Agieren notwendig

Neben der Platzierung der einzelnen Unternehmen hat Gartner nach eigenen Angaben auch drei Trends ausmachen können, die die gelisteten Unternehmen in Sachen Supply-Chain-Excellence von anderen Marktteilnehmern unterscheiden würden. So stellen laut dem Analysten Supply-Chain-Teams führender Unternehmen den Zweck einer Lieferkette in den Mittelpunkt ihrer Arbeit und wären aus diesem Grund auch eher bereit Partnerschaften mit anderen Firmen einzugehen. Zudem legten diese Konzerne häufig großen Wert auf Transparenz in der Supply Chain sowie in ihrer Arbeit allgemein. Diese Herangehensweise sei in Zeiten der Coronakrise besonders bedeutend, wie Grisworld betont:

„In der Zeit von COVID-19 erleben wir vielfach Stärke und Kreativität, was die Umsetzung von Lieferketten betrifft. Diese haben in den vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass unsere Gesellschaft ernährt und versorgt wird sowie gesund bleibt", so Griswold. „Wir haben zum Beispiel gesehen, wie Bekleidungsfirmen persönliche Schutzausrüstung herstellen und Fluggesellschaften ungenutzte Lagerhäuser in Lebensmittelverarbeitungszentren umgewandelt haben. Normalerweise hätte eine solche Umstrukturierung Monate in Anspruch genommen. Durch zielgerichtetes Agieren ist es jedoch gelungen, diesen Zeitraum auf wenige Wochen zu verkürzen.“

Erfolgreiche Supply-Chain-Strategien hängen aus Sicht von Gartner außerdem von zwei weiteren Merkmalen ab: der Fähigkeit, die eigenen Geschäftsmodelle schnell den veränderten Marktbedingungen anzupassen sowie die frühzeitige Implementierung digitaler Technologien in das eigene Lieferkettengeschehen. Nur so könnten Unternehmen dem Marktforscher zufolge in einem weiterhin wettbewerbsintensiven Umfeld oder in einer Wirtschaftskrise bestehen.

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