Schwerlastdrohnen: DB Schenker kooperiert mit Volocopter

Der Logistikkonzern DB Schenker will gemeinsam mit dem Lufttaxi-Pionier Volocopter eine Lösung für den Warentransport auf dem Luftweg entwickeln.

DB Schenker treibt die Entwicklung der Schwerlastdrohne mit an. (Foto: Volocopter)
DB Schenker treibt die Entwicklung der Schwerlastdrohne mit an. (Foto: Volocopter)
Melanie Wack
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Gemeinsam mit dem Pionier der Urban Air Mobility Volocopter entwickelt der weltweite Logistikdienstleister DB Schenker Lösungen für den schnellen und emissionsfreien Warentransport. In einer Pressemitteilung vom 18. Juni hat der Logistikdienstleister bekannt gegeben, dass Volocopters Schwerlastdrohne nun erstmals der deutschen Bundespolitik vorgestellt. Auf der Nationalen Luftfahrtkonferenz am Flughafen Berlin-Brandenburg, die am 18. Juni stattgefunden hat, besichtigten demnach zahlreiche Vertreter der Politik und Luftfahrtindustrie die "VoloDrone". Das Fluggerät wird den Angaben zufolge autonom und elektrisch betrieben und kann bei einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern bis zu 200 Kilogramm Ladung transportieren.

„Unsere Kund:innen fordern saubere, schnelle und innovative Lösungen für ihre Lieferketten“, erklärt Jochen Thewes, CEO von DB Schenker. „Wenn die Infrastruktur für herkömmliche Transportmittel überlastet oder nicht vorhanden ist, bieten Frachtdrohnen eine Chance, Logistikwege ganz neu zu denken. Die logistischen Anwendungsmöglichkeiten sind grenzenlos.“

Durch unsere Partnerschaft mit Volocopter werde aus dieser Vision Stück für Stück Realität. Der Transport mit Drohnen werde zunehmend greifbar, so Thewes.

Zehnjährige Flugerfahrung

Florian Reuter, CEO von Volocopter, ergänzt: „Unsere Volodrone wird dort zum Einsatz kommen, wo klassische Transportmöglichkeiten ans Limit stoßen – ob in der Logistik, dem Bauwesen oder der Landwirtschaft.“

Der Unternehmenschef verweist auf eine zehnjährige Flugerfahrung und den fortgeschrittenen Zertifizierungsprozess mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA). Dies berge besondere Synergien für alle Fluggeräte des Unternehmens.

„Mit DB Schenker haben wir einen führenden Logistikpartner an der Seite, mit dem wir unsere VoloDrone für eine kommerzielle Nutzung im Logistikbereich vorbereiten“, so Reuter.

Testfluggerät im Einsatz

Die auf der Nationalen Luftfahrtkonferenz am Boden ausgestellte Volodrone ist laut Mitteilung ein Testfluggerät von Volocopter mit einem ersten Beispiel für ein Transportbehältnis von DB Schenker. Im kommerziellen Betrieb wird sie bis zu 40 Kilometer Distanz zurücklegen können. Der Durchmesser beträgt 9,15 Meter und die Höhe 2,15 Meter. Das eigene Gewicht der Volodrone gibt der Hersteller mit 600 Kilogramm an. Eine Zuladung von bis zu 200 Kilogramm sei möglich. Der Betrieb erfolge vollelektrisch und außer Sichtweite autonom. Die Drohne kann laut Angaben senkrecht starten und landen. Der Erstflug fand 2019 statt. Seither werden regelmäßige Tests auf verschiedenen Flugfeldern in Süddeutschland durchgeführt, heißt es in der Pressemeldung.

Verschiedene Anwendungsbereiche denkbar

Logistische Anwendungsbereiche der Schwerlastdrohne sind perspektivisch insbesondere anderweitig schlechter oder nur langsamer erreichbare Orte, wie Inseln, Land-zu-Schiff-Lieferungen, Transport in die Berge oder vom Straßennetz abgeschnittene Orte nach Naturkatastrophen. Auch Innenstadtbelieferungen seien vorstellbar, so DB Schenker.

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