Werbung
Werbung
Werbung

Schifffahrt: Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ vorgelegt

Acht Maßnahmen für kalkulierbare Transportbedingungen in der Rheinschifffahrt.

Um den Warenumschlag auf dem Rhein auch bei Niedrigwasser aufrecht zu erhalten, legte das Bundesministerium für Transport und digitale Infrastruktur nun einen Aktionsplan vor. (Archivbild: RheinCargo GmbH & Co. KG)
Um den Warenumschlag auf dem Rhein auch bei Niedrigwasser aufrecht zu erhalten, legte das Bundesministerium für Transport und digitale Infrastruktur nun einen Aktionsplan vor. (Archivbild: RheinCargo GmbH & Co. KG)
Werbung
Werbung
Melanie Endres

Zusammen mit Vertretern der Stahl-, Chemie- und Mineralölindustrie sowie den Produzenten mineralischer Massenrohstoffe und dem Binnenschifffahrtsgewerbe hat der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur Andreas Scheuer den Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ mit insgesamt acht Maßnahmen für zuverlässige und kalkulierbare Transportbedingungen am Rhein am 4. Juli vorgelegt. Wie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vermeldete, brauche man „mehr Schiff statt Stau und mehr H2O statt CO2.“

„Die extremen Trockenperioden der vergangenen Jahre haben gezeigt: Wenn die Schiffe auf dem Rhein nicht fahren können, bleiben die Tankstellen leer und Unternehmen müssen ihre Produktion zurückfahren. Um die Versorgung der Bevölkerung und den Wirtschaftsstandort auch für die Zukunft zu sichern, haben wir einen Aktionsplan mit acht konkreten Maßnahmen aufgestellt“, erklärte Scheuer das Vorhaben.

Bedeutung des Rheins als Binnenwasserstraße

Auch für den Verband der Chemischen Industrie (VCI) ist der Rhein einer Mitteilung zufolge die wichtigste Binnenwasserstraße. Die chemische Industrie verantworte demnach zehn Prozent der gesamten Beförderungsmenge im deutschen Binnenschiffsverkehr, was rund 223 Millionen Tonnen entspreche.

Der „Acht Punkte-Plan“ ist Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des VCI, zufolge ein guter Anfang, „um bei langen und ungewöhnlich niedrigen Wasserständen des Rheins Transportausfälle zu verkürzen.“ Jetzt komme es aber, so Tillmann, „darauf an, diese Maßnahmen zügig umzusetzen.“

Acht Punkte

Der Aktionsplan enthält kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen in verschiedenen Bereichen. In den vier Handlungsfeldern „Informationsbereitstellung“, „Transport und Logistik“, „Infrastruktur“ und „Langfristige Lösungsansätze“ wurden Punkte erarbeitet, mit denen den klimawandelbedingten Herausforderungen am Rhein begegnet werden soll, so das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

In der Informationsbereitstellung soll die Wasserstandsvorhersage verbessert werden, die „DAS-Basisdaten“ für Klima und Wetter zur Verfügung gestellt und aktuelle Tiefeninformationen bereitgestellt werden. Im Feld Transport und Logistik sollen Transportkonzepte angepasst und die Technik optimiert werden. Bei der Infrastruktur sollen die Abladeoptimierung am Mittel- und Niederrhein beschleunigt werden und Maßnahmegesetze zu einer schnelleren Genehmigung beitragen. Und als die beiden letzten Punkte, als langfristige Lösungsansätze, sollen Wasserbau- und wasserwirtschaftliche Optionen geprüft werden sowie der gesellschaftliche Dialog gestärkt werden.

Auch Hans-Jürgen Mittelstaedt, Geschäftsführer VCI Nordrhein-Westfalen, äußerte sich diesbezüglich: „Die Versorgung über Binnenschiffe ist nicht im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger. Wenn wir sie aus dem Autofenster über den Rhein fahren sehen, dann erfreuen wir uns an ihrem Anblick, aber sehen nicht die bis zu 180 Lkw, welche jedes Binnenschiff im Straßenverkehr ersetzt.“

Wie der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) vermeldete, komme auch er gerne dem Wunsch von Bundesminister Scheuer nach, den Aktionsplan mitzutragen und zu unterzeichnen. Einer Pressemitteilung des BÖB zufolge greift der Plan Maßnahmen und Ansätze auf, die unter anderem bereits im Masterplan Binnenschifffahrt und im Bundesverkehrswegeplan festgehalten beziehungsweise bei der Erarbeitung diskutiert wurden. Durch den Aktionsplan Niedrigwasser Rhein sollen diese, dem BÖB zufolge, nun beschleunigt und am Rhein vorzeigbar umgesetzt werden.

Boris Kluge, Geschäftsführer des BÖB, dazu: „Das Niedrigwasser 2018 hat mehr als deutlich gemacht, wie unersetzlich unsere Wasserstraßen für den Transport von Gütern sind. Unsere Industrie braucht einen leistungsfähigen Wasserstraßentransport und gut erreichbare Häfen. Der Schulterschluss von Industrie und Bundesminister Scheuer ist das richtige Zeichen.“

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung