Schienengüterverkehr: Züge mit Flüsterbremsen ausgestattet

Der Bund und die Deutsche Bahn haben ein neues Lärmschutzziel für 2030 vereinbart.

Im Bild: Eine Lärmschutzwand bei Kiefersfelden. (Foto: DB AG/Michael Neuhaus)
Im Bild: Eine Lärmschutzwand bei Kiefersfelden. (Foto: DB AG/Michael Neuhaus)
Melanie Wack
(erschienen bei Transport von Daniela Kohnen)

Der Bund und die Deutsche Bahn haben am vergangenen Montag das neue „Lärmschutzziel 2030“ vorgestellt. Ziel sei es, die Schiene bis 2030 leiser zu machen. Bis Ende 2029 sollen die Anwohner an Bahnstrecken vom Schienenlärm entlastet werden. Einen wesentlichen Beitrag zur Lärmeindämmung soll die Umrüstung von Güterwagen mit Grauguss-Sohlen auf Verbundstoff-Sohlen leisten. Das 1999 gestartete „Lärmsanierungsprogramm“ des Bundes werde weiter fortgeführt und die Zahl der zu sanierenden Streckenkilometer erhöhe sich entsprechend, so die DB AG. Zu den bislang sanierten 2.000 Kilometern Bahnstrecke sollen bis 2030 pro Jahr durchschnittlich 125 Kilometer Schienenwege zusätzlich saniert werden, in Summe 1.250 Kilometer. Der Bund stellt dafür derzeit jährlich rund 140 Millionen Euro bereit. Dr. Sigrid Nikutta, Vorstand Güterverkehr der Deutschen Bahn und Vorstandsvorsitzende von DB Cargo:

„Wir melden für unsere Flotte pünktlichen Vollzug: Seit gestern sind bei der DB Cargo alle 63.000 Güterwagen auf leisen Sohlen unterwegs. Wir wollen deutlich mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene verlagern. Dafür brauchen wir die Akzeptanz der Anwohner von Bahnstrecken. 100 Prozent leise Güterzüge sind ein ganz wesentlicher Meilenstein.“

220 Millionen Euro in den letzten sieben Jahren

Für die Umrüstung der Güterwagenflotte habe DB Cargo in den zurückliegenden sieben Jahren rund 220 Millionen Euro aufgewendet, hieß es. Der Bund habe die Umrüstung wie bei allen Unternehmen finanziell unterstützt. Mehrkosten entstehen durch die Umrüstung selbst, insbesondere aber auch durch den höheren Aufwand bei der Wartung von Güterwagen mit Verbundstoffbremssohlen. Die Flüsterbremsen rauen die Wagenräder deutlich weniger auf als Grauguss-Sohlen. Das reduziert Lärmemissionen nach dem Prinzip „glattes Rad auf glatter Schiene“ direkt an der Quelle.Seit Start des Lärmsanierungsprogramms haben der Bund und die DB bereits über 1,5 Milliarden Euro investiert. Die 2.000 sanierten Kilometer entlasten mittlerweile die Ortsdurchfahrten von 1.300 Städten und Gemeinden bundesweit. Hinzu kommen 64.000 Wohneinheiten im Bundesgebiet, die bislang mit passiven Schallschutzmaßnahmen ausgestattet wurden. Allein im Jahr 2020 wurden über 60 Kilometer neue Schallschutzwände fertiggestellt und rund 145 Millionen Euro investiert. Ronald Pofalla, DB-Infrastrukturvorstand:

„Gemeinsam mit dem Bund halten wir auch Wort bei der Lärmsanierung an den Strecken. Bis Ende des Jahres vollenden wir die geplante Lärmsanierung von mehr als 2.000 Kilometern Schiene in Deutschland. Lärmschutzwände, Schallschutzfenster, Schienenstegdämpfer – mit zahlreichen Mitteln arbeiten wir erfolgreich daran, den Lärm an besonders belasteten Schienenstrecken zu verringern. Jetzt nehmen wir weitere 1.250 Kilometer in Angriff. Wir werden zügig planen und bauen, das kann ich heute versprechen.“

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