Schienengüterverkehr: Webasto setzt auf Bahntransport

Der Automobilzulieferer testet in seinem Werk in Neubrandenburg die Anlieferung durch DB Cargo.

Der Autozulieferer Webasto hat einen Teil seiner Lieferungen für das Werk in Neubrandenburg auf die Schiene verlagert. (Foto: Webasto)
Der Autozulieferer Webasto hat einen Teil seiner Lieferungen für das Werk in Neubrandenburg auf die Schiene verlagert. (Foto: Webasto)
Sandra Lehmann

Der Automobilzulieferer Webasto hat eine mehrwöchige Testphase zur Belieferung seines Werks in Neubrandenburg über die Schiene begonnen. Das geht aus einer Pressemeldung des Unternehmens vom 22. November hervor. Gemeinsam mit DB Cargo Logistics sowie dem langjährigen Speditionspartner des Unternehmens Gertner aus Altentreptow, arbeitet Webasto an seinem Standort in Mecklenburg-Vorpommern seit sechs Wochen an einem Pilotprojekt mit zwei Lieferanten aus Süddeutschland und Tschechien. Regelmäßige und damit planbare, für einen Einzelwagon ausreichend große Volumina pro Wegstrecke zwischen Webasto und seinen Lieferanten sind eine der Voraussetzungen für einen Umstieg auf den umweltschonenderen Gütertransport per Bahn.

1.400 Kilometer Lkw-Strecke ersetzt

Von Neubrandenburg werden leere Transportbehälter aus dem Webasto Werk per Bahn zu den Lieferanten geschickt, die sie dann mit den benötigten Komponenten befüllen und zurück Richtung Neubrandenburg senden. Im Großversuch ersetzt der Bahntransport 95 Prozent dieser 1.200 beziehungsweise 1.400 Kilometer langen Umlaufwegstrecken, die die Zulieferteile bisher komplett per Lkw zurücklegen. Für die restlichen fünf Prozent der Strecke, das sind maximal 70 Kilometer, übernehmen weiterhin Lkw den Transport, da die Lieferanten nicht direkt an Bahnhöfe angebunden sind.

Weniger CO2-Ausstoß erwartet

Das Webasto Werk grenzt unmittelbar an den Güterbahnhof Neubrandenburg, so dass das Unternehmen zukünftig Bahnwagons direkt vom Firmengelände aus beladen könnte. Durch den Wechsel auf die Schiene erwartet das Unternehmen eine Reduktion des CO2-Fußabdrucks beim Transport um mehr als die Hälfte bei gleichbleibenden Kosten.

Bis Mitte Dezember führt Webasto die Testtransporte nach Eigenangaben durch und wertet sie anschließend mit allen Beteiligten aus. Die Projektpartner gehen davon aus, dass mit der Reduzierung des CO2-Fußabdrucks in den Transportketten den Lieferanten und Kunden ein umweltschonender und zugleich zuverlässiger logistischer Service angeboten werden kann. Ab Mitte nächsten Jahres könnte die Überführung des Probebetriebs in den Regelbetrieb erfolgen. Außerdem sollen dann am Standort Neubrandenburg weitere Potenziale der Verlagerung auf die Schiene geprüft werden.

Schienentransport für 50 Prozent der Zulieferteile möglich

Mit den beiden Pilotlieferanten werden laut Webasto 15 Prozent des gesamten Einkaufsvolumen des Werks bewegt. Für mehr als 50 Prozent der Zulieferteile ist aus heutiger Sicht eine Abwicklung über die Schiene denkbar. Die Erfahrungen aus dem Projekt werden – gegebenenfalls als Best-Practice-Beispiel im Bereich Supply Chain für andere Standorte der Webasto Gruppe – in die globale Nachhaltigkeitsinitiative der Webasto Gruppe einfließen. Webasto ist nach eigenen Aussagen bestrebt, gemeinsam mit seinen Partnern weltweit zur nachhaltigen Entwicklung gemäß den Zielen der Vereinten Nationen beizutragen.

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