Werbung
Werbung
Werbung

Schienengüterverkehr: Produktqualität und Zuverlässigkeit müssen steigen

BVL-Mitglieder sehen Stärkung von Infrastruktur, Multimodalität und Digitalisierung im Fokus.

Laut einer Mitgliederbefragung der BVL muss der Schienengüterverkehr verlässlicher werden, damit zukünftig mehr Fracht übers Gleis geht. (Foto: Deutsche Bahn AG)
Laut einer Mitgliederbefragung der BVL muss der Schienengüterverkehr verlässlicher werden, damit zukünftig mehr Fracht übers Gleis geht. (Foto: Deutsche Bahn AG)
Werbung
Werbung
Sandra Lehmann

Für eine wachsende Verlagerung von Gütern auf die Schiene sind steigende Produktqualität und Zuverlässigkeit vonnöten. Das geht aus einer Online-Mitgliederbefragung der Bundesvereinigung Logistik e.V. (BVL) hervor, die im April 2019 durchgeführt wurde und an der mehr als 340 Logistikdienstleister, Vertreter aus Industrie, Handel und von Eisenbahnverkehrsunternehmen, IT-Dienstleister, Hafen- und Terminalbetreiber sowie Verbände und Wissenschaftler teilnahmen.

Qualität oder Preis?

Demnach sind Spediteuren und Verladern die Zuverlässigkeit, Flexibilität und Pünktlichkeit eines Transportmittels wichtiger als ein günstiger Preis. Für Eisenbahner hingegen spielen die Kosten der BVL zufolge eine größere Rolle als die Qualität der Dienstleistung. 54 Prozent der Industrie- und Handelsunternehmen sowie 47 Prozent der Spediteure sehen in der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit des Verkehrsträgers Schiene ein Hindernis für dessen Nutzung. Auch hier richtet sich der laut BVL der kritische Blick auf die Qualität, die noch vor der Transportdauer und den Kosten als wesentlich erachtet wird.

Fehlende Gleisanschlüsse hemmen

Im Bereich der Infrastruktur wird von Verladern, Spediteuren und Eisenbahnern gleichermaßen der fehlende Gleisanschluss als größtes Hemmnis gesehen. Ein weiterer Grund, anderen Verkehrsträgern den Vorzug zu geben, sind vor allem die geringe Versorgungsfrequenz sowie die fehlende Verfügbarkeit von Schienentrassen.

Trotz der teils kritischen Sicht auf den gleisgebundenen und umweltfreundlichen Verkehrsträger sind nach BVL-Angaben 89 Prozent der Eisenbahner, 80 Prozent der Verlader und 76 Prozent der Spediteure davon überzeugt, dass mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden kann – wenn die Produktqualität stimmt und das Angebot die Transportzeitfenster trifft. Die „Bahn-Pessimisten“ unter den Befragten glauben eher nicht an eine Verlagerung, weil die Transportrelationen sowie der Service und die Betriebszeiten nicht zu deren Anforderungen passen.

Digitalisierung und Multimodalität

Wie die Bundesvereinigung weiter berichtet, stufen die Befragten von den zehn Elementen aus dem „Masterplan Schienengüterverkehr“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Intrastruktur (BMVI) vor allem die Bereitstellung einer leistungsfähigen Infrastruktur, eine Stärkung der Multimodalität samt Verbesserung des Zugangs zum Schienennetz sowie die Digitalisierung als wichtig oder sehr wichtig ein. Sie wünschen sich zudem eine bessere Balance zwischen den Verkehrsträgern und zeitgemäße Transportkonzepte. Mehr als 52 Prozent der Befragten sehen die „Politik am Zug“. Sie müsse die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, die Infrastruktur ausbauen und sich für die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene stark machen.

„Das Stimmungsbild innerhalb der BVL zeigt uns, dass wir mit dem Masterplan die richtigen Themen besetzen. Nun gilt es weiter Fahrt aufzunehmen und mehr Unternehmen für die Schiene zu begeistern“, fasst Steffen Müller, Referatsleiter Masterplan „Schienengüterverkehr, Gleisanschlussförderung“ im BMVI, die Ergebnisse der Mitgliederbefragung zusammen.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung