Schienengüterverkehr: Private Güterbahnen kritisieren langwierige Generalsanierungen

(dpa) Für etliche geplante Projekte gibt es bereits jetzt Verlängerungen der Bauzeiten sowie der geplanten Vollsperrungen.

Die Sanierungsarbeiten auf den sogenannten Hochleistungskorridoren des Netztes ziehen sich vielerorts länger als geplant. Der Verband der privaten Güterbahnen kritisiert diesen Umstand. (Foto: Arne Dedert/dpa)
Die Sanierungsarbeiten auf den sogenannten Hochleistungskorridoren des Netztes ziehen sich vielerorts länger als geplant. Der Verband der privaten Güterbahnen kritisiert diesen Umstand. (Foto: Arne Dedert/dpa)
Sandra Lehmann

Der Verband der privaten Güterbahnen hat bereits angekündigte Bauzeitverlängerungen bei den Generalsanierungen auf der Schiene kritisiert. Das teilt die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mit. Ursprünglich sei für fast alle Generalsanierungen von jeweils fünf Monaten Vollsperrung die Rede gewesen - inzwischen seien schon für fünf Fälle teils deutlich längere Bauzeiten genannt worden, sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger am Dienstag.

„Leider ist es immer wieder so, dass solche Ansagen bei der Deutschen Bahn nicht eingehalten werden.“ Er kritisierte zudem, dass die Bahn etwa bei der Generalsanierung zwischen Obertraubling bei Regensburg und Passau Umleitungen von mehreren Hundert Kilometern für den Güterverkehr vorsieht.

Sanierungszeiten liegen bei mehr als fünf Monaten

Die Bahn will mit Dutzenden Generalsanierungen auf hochbelasteten Strecken in den kommenden Jahren das marode Schienennetz fit machen. Das Konzept sieht im Kern vor, dass Strecken mehrere Monate komplett gesperrt und grundlegend repariert werden. Die erste Generalsanierung beginnt Mitte Juli auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Bis Mitte Dezember soll sie abgeschlossen sein. Auf der Strecke Emmerich-Oberhausen werde die Generalsanierung 2025 dagegen absehbar zehn Monate dauern. Nach Angaben der Bahn wurden hier bereits geplante Baumaßnahmen mit der Generalsanierung verknüpft. Laut dem Verband der privaten Güterbahnen liegen die angestrebten Sperrzeiten bei fünf von neun geplanten Generalsanierungen inzwischen bei mehr als fünf Monaten.

Die Strecke Hamburg-Berlin wird ein Jahr vor der Generalsanierung schon einmal für Monate voll gesperrt. Der Deutschen Bahn zufolge konnten hier Baumaßnahmen nicht weiter verzögert werden. Der Verband der Güterbahnen betrachtet von den 40 geplanten Generalsanierungen mit Blick auf die Kapazität der Umleitungsstrecken elf als kritisch. Bei 15 weiteren seien die Details noch offen.

„Für viele Korridore gibt es noch keine originäre Idee der DB InfraGo, wie die Umleitung aussehen könnte“, sagte Westenberger.