Schienengüterverkehr: Krombacher verlagert Transporte auf die Schiene

Die Brauerei kooperiert mit DB Cargo, um die Sperrung der A45 zu kompensieren.

DB Cargo transportiert im Pendelverkehr Voll- und Leergut für Krombacher über die Schiene. (Foto: DB Cargo)
DB Cargo transportiert im Pendelverkehr Voll- und Leergut für Krombacher über die Schiene. (Foto: DB Cargo)
Sandra Lehmann

Die Brauerei Krombacher setzt verstärkt auf die Schiene. Sie verlagert zukünftig hochlaufend jährlich bis zu 750 Lkw auf den Verkehrsträger und entlastet damit Autobahnen und Umwelt. Dazu kooperiert der Getränkeanbieter mit Sitz in Kreuztal bereits seit Mai 2021 mit DB Cargo. Wie aus einer Pressemitteilung des Schienenverkehrsdienstleisters von Anfang Juli hervorgeht, begann die Zusammenarbeit mit ersten Transporten nach Großbeeren. Nun werde die Kooperation deutlich ausgeweitet und es würden weitere Getränkelogistiker – unter anderem Getränke & Mehr als Teil der Krombacher-Gruppe – und mit Bremen und Hamburg weitere Empfangsregionen aufgenommen.

Teil des Angebots der DB Cargo ist nach eigenen Aussagen auch die Verlagerung von Transporten auf die Schiene, um die Sperrung der A 45 in Nordrhein-Westfalen zu kompensieren, die seit Dezember 2021 besteht.

Michael Kröhl, Leiter Logistik Krombacher Brauerei:

„Durch die immer stärker werdenden Transportkapazitätsengpässe ist die Lage im Straßengüterverkehr ohnehin angespannt und dieser Zustand wird durch die Sperrung der A45 als Hauptverkehrsader zusätzlich verstärkt. Gemeinsam mit DB Cargo und interessierten Kunden wurde über das Terminal in Kreuztal eine Lösung entwickelt, mit der unsere Krombacher-Produkte über die Schiene transportiert werden können. Zukünftig planen wir weitere gemeinsame Projekte mit unseren Kunden und der Bahn, um die Belieferungsmöglichkeit mit Krombacher-Produkten über die Schiene weiter auszubauen."

Sebastian Schilling, Senior Vice President European Sales and Corridor Development bei DB Cargo:

„Mit jedem Lkw, der nicht auf der Straße fährt, entlasten wir Autobahnen und Umwelt. Bei Transporten über die Schiene fällt 80 bis 100 Prozent weniger CO2 an. Dass wir gleichzeitig für unseren Kunden Krombacher eine Lösung für die Folgen der A45-Sperrung finden konnten, freut uns besonders.“

DB Cargo fährt für Krombacher und dessen Kunden nach eigenen Angaben sogenannte Pendelverkehre. Die Züge verlassen die Brauerei mit vollen Flaschen und kehren mit Leergut zurück. Aus Kreuztal werden die Terminals Großbeeren, für den Großraum Berlin, sowie Hamburg und Bremen angefahren. DB Cargo organisiere die gesamte Transportkette von der Abholung des Vollgutes bis zur Ablieferung des Leergutes und stelle das komplette Equipment, einschließlich der benötigten Wechselbehälter.

Kooperation mit regionalen Anbietern

Wichtiger Partner vor Ort sei die kommunale Kreisbahn Siegen-Wittgenstein (KSW), mit der DB Cargo im Rahmen des Netzwerks „Zukunft Einzelwagenverkehr“ zusammenarbeitet. Sie ist Mitbetreiber des „Südwestfalen Container-Terminals“ in Kreuztal und übernimmt die notwendigen Rangierfahrten vor Ort.

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