Schienengüterverkehr: Kostenfreie Sicherheitsdaten für Flüssiggastransporte

Mit der kostenlosen Bereitstellung von Zustandsdaten für den Transport von Flüssiggas möchte das Bonner Start-up RailWatch Solidarität im Ukraine-Krieg zeigen.

Das Start-up RailWatch gibt im Zuge des Krieges in der Ukraine Sicherheitsdaten zu Flüssiggastransporten kostenfrei an Nutzer weiter. (Symbolbild: Rochagneux/AdobeStock)
Das Start-up RailWatch gibt im Zuge des Krieges in der Ukraine Sicherheitsdaten zu Flüssiggastransporten kostenfrei an Nutzer weiter. (Symbolbild: Rochagneux/AdobeStock)
Sandra Lehmann

Das Datenunternehmen RailWatch stellt im Zuge des Krieges in der Ukraine ab sofort technische Zustandsdaten für Güterbahnwagen, die Flüssiggas (LNG) transportieren, kostenlos zur Verfügung. Das gab das Bonner Start-up im Juni in einer Pressemitteilung bekannt. Ziel sei es, den Transport auf der Schiene sicherer zu gestalten und so die Abhängigkeit von traditionellen Energiequellen zu reduzieren. Alle, die am Transport von Flüssiggas auf der Schiene beteiligt sind, können die Sicherheitsdaten bei RailWatch kostenfrei anfragen. Das Angebot gelte zunächst bis 30. Juni 2023.

Transporte sicherer machen

Um die Sicherheit auf der Schiene zu unterstützen, hat RailWatch nach eigenen Angaben eine Messstation entwickelt, die den technischen Zustand von Güterzügen in Vorbeifahrt erfasst. Mit den Informationen zu defekten Bremssohlen oder Radschäden, wie etwa Flachstellen, könnten verschiedenste Prozesse in der Instandhaltung oder im Be- und Endladeprozess sicherer oder vorausschauender geplant und bearbeitet werden. Mit der Gefahrgut-Erkennung ermittele RailWatch darüber hinaus, welches Gefahrgut in welchem Güterwagen transportiert wird und weiß so, in welchem Güterwagen Flüssiggas unterwegs ist.

Flüssiggas werde bereits heute in kleinen Mengen über die Schiene transportiert. Laut dem Bonner Unternehmen waren 0,5 Prozent der Gefahrguttransporte, die die RailWatch Stationen passieren, im Februar 2022 Flüssiggastransporte. Schon im März 2022 war ein deutlicher Anstieg von 43 Prozent gegenüber dem März 2021 nachweisbar. Der April 2022 zeigt RailWatch zufolge einen weiteren Anstieg. Besonders im linken Rheintal und auf der Strecke Kaldenkirchen - Viersen - Venlo habe der Flüssiggastransport über die Schiene weiter zugenommen. Die 14 Pulsar-Messstationen in Deutschland zeigen, dass die Flüssiggastransporte hauptsächlich über den Rhine-Alpine Korridore geführt werden.

Im Rahmen der Messungen ermittelte der Datenanbieter auch, dass 99 Prozent aller im Mai 2022 gemessenen Wagen, die mit Flüssiggas unterwegs waren, keinerlei Schäden aufwiesen. Der Transport von Flüssiggas ist also bislang sicher.