Schienengüterverkehr: EVG demonstriert vor DB Cargo-Zentrale

(dpa) Die Gewerkschaft und DB Cargo-Beschäftigte bringen mit der Aktion erneut ihren Unmut über die geplanten Umstrukturierungen bei der DB-Konzerntochter zum Ausdruck.

Der Streit um die Umstrukturierungen bei der DB Cargo geht weiter: Erneut haben die Gewerkschaft EVG und Beschäftigte des Unternehmens die Pläne des Vorstands kritisiert. (Foto: Daniel Karmann/dpa)
Der Streit um die Umstrukturierungen bei der DB Cargo geht weiter: Erneut haben die Gewerkschaft EVG und Beschäftigte des Unternehmens die Pläne des Vorstands kritisiert. (Foto: Daniel Karmann/dpa)
Sandra Lehmann

Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG haben vor der Zentrale der Güterbahn DB Cargo gegen geplante Umstrukturierungen demonstriert.

„Wir wehren uns gegen Entscheidungen eines Vorstands, der konzeptlos in die falsche Richtung taumelt und so die Zukunft des gesamten Unternehmens verzockt“, erklärte der rheinland-pfälzische EVG-Geschäftsstellenleiter, Lars Kreer, am Freitag in Mainz.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, hatten sich dort rund 150 Beschäftigte versammelt. Sie forderten den Rücktritt des gesamten DB-Cargo-Vorstands. Mit der geplanten Verlagerung des sogenannten Kombinierten Verkehrs in vier Tochtergesellschaften gingen insgesamt 1.500 qualifizierte Arbeitsplätze verloren, davon 150 in der Mainzer Zentrale, warnten die Gewerkschafter. Es sei völlig unklar, ob neue Mitarbeiter bei den Tochtergesellschaften auf dem Arbeitsmarkt zu finden seien.

„Scheitern die Pläne von DB Cargo, würden die Verkehre des Kombinierten Verkehrs wohl von den Wettbewerbern außerhalb der DB AG in Gänze oder von der Straße übernommen“, sagte Kreer.

Der kombinierte Verkehr, bei dem Container beispielsweise an einem Hafen abgeholt und dann über die Schiene weitertransportiert werden, gilt als Wachstumsgeschäft. Die DB-Güterbahn will diese Leistungen künftig von Tochterfirmen abwickeln lassen. Bei diesen bekommen Lokführer zwar tendenziell mehr Geld, müssen dafür aber teils deutlich länger am Stück fernab von zu Hause arbeiten. Die EVG bezweifelt, dass die geplante Verschiebung ein relevanter Beitrag gegen die Krise bei DB Cargo sein kann. Das Unternehmen schreibt seit Jahren rote Zahlen. 2022 bezifferte die Bahn den Verlust auf 665 Millionen Euro.