Schienengüterverkehr: Einkäuferverband warnt vor Rückschlag durch Streik

Ein längerer Bahnstreik wäre aus Sicht des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) ein „Rückschlag für nachhaltigen Schienengüterverkehr“.

(Foto:: tournee/AdobeStock)
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Matthias Pieringer

Der zuletzt auf zwei Tage befristete Bahnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer sei für die industriellen Einkäufer, Logistiker und Supply Chain Manager noch relativ gut beherrschbar gewesen. „Die jetzt vom 21. bis 25. August geplante Stilllegung des Schienengüterverkehrs dürfte dagegen gravierendere Auswirkungen auf die Material- und Warenströme haben“, warnte Gundula Ullah, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), am 20. August in Eschborn.

Beeinträchtigungen in den Supply Chains

Sowohl die Covid-19-Pandemie als auch die Folgen der Flutkatastrophe hätten bereits zu Beeinträchtigungen in den Lieferketten geführt. Diese würden bei der jetzt anstehenden Ausweitung des GDL-Bahnstreiks zusätzlich unter Druck gesetzt. Während der vom 23. bis 25. August stillstehende Personenverkehr vor allem die Bürger und Bürgerinnen treffe, hätten die just in time produzierenden Industriebetriebe, allen voran der Automotive-Sektor, unter dem jetzt an fünf Tagen ruhenden Schienengüterverkehr zu leiden. Denn sie seien auf die kontinuierliche Belieferung mit Rohstoffen und Produktionsmaterial angewiesen, fügte Ullah hinzu.

Der BME setze sich seit Jahren dafür ein, Global Player und KMU für umweltfreundliche Alternativen zum Straßengüterverkehr zu sensibilisieren. Mit Blick auf mehr Nachhaltigkeit im Schienenverkehr und den damit verbundenen ehrgeizigen Klimaschutzzielen sei ein langanhaltender Bahnstreik ein herber Rückschlag für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

„Angesichts der ohnehin schon angespannten Situation in den Lieferketten appellieren wir an beide Verhandlungsseiten, die Tarifauseinandersetzung möglichst schnell zu beenden. Mit Blick auf die Verantwortung für die reibungslose Güterversorgung von Wirtschaft und Gesellschaft sollte es für DB und GDL jetzt darum gehen, umsichtige Entscheidungen zu treffen“, erklärte die BME-Vorstandsvorsitzende.

Die Deutsche Bahn kündigte am 20. August bezogen auf den Güterverkehr gegenüber der Presse an: „DB Cargo hat nach der ersten Streikwelle in Rekordtempo auf allen Rangieranlagen den Rückstau von Güterzügen aufgelöst. So sind Kapazitäten geschaffen worden, um jetzt den Zugbetrieb in den nächsten Tagen zu sichern: Gemeinsam mit externen Partnerbahnen werden versorgungsrelevante Züge so rasch aufs Gleis gesetzt und Kunden bedient.“

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