Schienengüterverkehr: DPD-Pakete fahren jetzt Bahn

Der KEP-Dienstleister transportiert einen Teil seiner Sendungen zwischen Hamburg und Duisburg nun mit dem Güterzug.

Der KEP-Dienstleister DPD möchte einen Teil seiner Transporte auf die Schiene verlagern und hat dazu ein Pilotprojekt gestartet. (Foto: DPD)
Der KEP-Dienstleister DPD möchte einen Teil seiner Transporte auf die Schiene verlagern und hat dazu ein Pilotprojekt gestartet. (Foto: DPD)
Sandra Lehmann

Seit dem 30. Mai transportiert der Aschaffenburger KEP-Anbieter DPD seine Pakete zwischen Hamburg und Duisburg mit täglich verkehrenden Güterzügen. Das teilte das Unternehmen kürzlich in einer Pressemeldung mit. Demnach möchte der Dienstleister im Rahmen des Projektes sukzessive mehr Anteile seines Fernverkehrs auf die Schiene verlagern. Als erstes Zwischenziel soll bereits im kommenden Jahr rund fünf Prozent des nationalen DPD-Frachtverkehrs über die Güterbahn abgewickelt werden.

„Unser langfristiges Ziel ist die klimaneutrale Logistik“, so Anke Förster, Chief Network Planning and Optimisation Officer bei DPD Deutschland. „Neben zahlreichen Maßnahmen, die wir bereits im Nahverkehr und auf der letzten Meile umsetzen, liegt unser Fokus auf dem Fernverkehr. Hier spielen alternative Antriebstechnologien auf der Straße ebenso eine Rolle wie die Bahn.“

Partner für die Umsetzung sei der Anbieter Kombiverkehr. Hinter dem Frankfurter Unternehmen stehen als Kommanditisten mehr als 230 Spediteure sowie die DB Cargo AG.

Anke Förster: „Dank Kombiverkehr müssen wir nicht einen kompletten Zug bestücken, sondern können uns auf bestehende Routen mit einzelnen Wechselbrücken aufbuchen.“ „Jede Wechselbrücke beladen mit DPD-Sendungen wird im Rundlauf zwischen Hamburg und Duisburg rund eine Tonne weniger CO2 im Vergleich zum reinen Straßentransport emittieren. Dies entspricht einer Einsparung von mehr als 80 Prozent“, betont Björn Saschenbrecker aus dem Bereich Vertrieb bei Kombiverkehr. „Der Intermodale Verkehr wird DPD damit ein gutes Stück näher an die Verwirklichung der eigenen Klimaziele bringen.“

Wie es in der Pressemitteilung heißt, starten jeden Abend fast zeitgleich Güterzüge von Hamburg und Duisburg in entgegengesetzter Richtung, die mit DPD Wechselbrücken beladen sind.

„Die Strecke ist für uns optimal, da sich unsere Depots an beiden Orten unmittelbar in der Nähe zu den Cargoterminals der Bahn befinden“, so Förster. Trotzdem bedeute die Umstellung umfangreiche Veränderungen in den internen Abläufen. „Genau in diesem Bereich wollen wir Erfahrungen sammeln: Ein zusätzliches Verkehrsmittel bedeutet mehr Komplexität, gleichzeitig wollen wir sicherstellen, unsere Serviceversprechen einzuhalten“, sagt Förster.

Eine große Chance sei es laut laut der Logistikexpertin zudem, die spezifischen Eigenheiten des Transportmittels Bahn in kundengerechte Angebote zu integrieren:

„Langfristig werden Kunden sicherlich die Wahl haben, ob sie ihre Waren auf schnellstmöglichem Transport auf der Straße oder über die größtmögliche Nachhaltigkeit per Bahn erhalten.“

Mit dem nun gestarteten Projekt entspreche DPD auch dem politischen Wunsch, Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

„Gerne bieten wir uns mit den gewonnenen Erfahrungen als Gesprächspartner an. So viel können wir aber jetzt schon sagen: Es empfiehlt sich, die Wünsche und Interessen der Wirtschaft gezielt abzufragen und daraus kundengerechte Angebote abzuleiten. Sehr gerne würden wir einen viel größeren Anteil unseres Frachtverkehrs schnell auf die Schiene verlagern“, so Förster abschließend.

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