Robotik: ABB übernimmt AMR-Hersteller Asti

ABBs AMR-Geschäftseinheit mit Hauptsitz in Burgos, Spanien, soll künftig von Asti-CEO Veronica Pascual Boé geführt werden.

Die AMR von Asti kommen unter anderem in der Automobilproduktion zum Einsatz. (Foto: ABB)
Die AMR von Asti kommen unter anderem in der Automobilproduktion zum Einsatz. (Foto: ABB)
Therese Meitinger

Der Schweizer Technologiekonzern ABB hat am 20. Juli die Übernahme von Asti Mobile Robotics Group (Asti) bekannt gegeben, einem Hersteller von autonomen mobilen Robotern (AMR). Das Unternehmen verfügt laut einer Pressemitteilung über ein umfassendes Produktportfolio an fahrerlosen Transportsystemen für verschiedene Einsatzgebiete, das von einer eigenen Software Suite unterstützt wird. Damit will ABB nach Eigenangaben sein Angebot an robotergestützten Automatisierungslösungen erweitern.

Die Akquisition sei ein wesentlicher Bestandteil der Wachstumsstrategie von ABB, so die Mitteilung. Der Kaufvertrag wurde demnach am 19. Juli unterzeichnet und die Transaktion soll voraussichtlich im Laufe des Sommers abgeschlossen werden. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart.

Asti wurde 1982 gegründet, hat seinen Hauptsitz in Burgos, Spanien, und beschäftigt nach Eigenangaben mehr als 300 Mitarbeitende in Spanien, Frankreich und Deutschland. Das Unternehmen befindet sich im Mehrheitsbesitz von CEO Veronica Pascual Boé. Zu den weiteren Gesellschaftern gehört der europäische Investor Keensight Capital. Man verfüge in 20 Ländern in den Branchen Automobil, Logistik, Lebensmittel und Getränke sowie Pharma und Kosmetik über eine breite Kundenbasis, so der Anbieter.

Sami Atiya, Leiter des Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation von ABB sagte mit Blick auf die Übernahme:

„ABB verfügt jetzt als einziges Unternehmen über ein vollständiges Automationsportfolio aus AMR, Robotern und Maschinenautomationslösungen – von der Produktion über die Logistik bis hin zum Endverbraucher.“

Von Goods-to-Person bis Gabelstapler

Das AMR-Portfolio von Asti umfasst autonome Fahrzeuge inklusive Zugmaschinen, Goods-to-Person-Lösungen und Gabelstapler sowie ein umfassendes Softwareangebot, das von der Fahrzeugnavigation und -steuerung über das Flotten- und Auftragsmanagement bis hin zu cloudbasierten Systemen zur Rückverfolgung reicht. Dieses Angebot soll in das ABB-Portfolio integriert werden, das Roboter, Maschinenautomation, modulare Lösungen und Softwareanwendungen umfasst, ein Simulations- und Programmiertool von ABB Robotics.

Der Hauptsitz von Asti in Burgos soll zur Zentrale der AMR-Geschäftseinheit von ABB werden, die von Veronica Pascual Boé geleitet wird. Die Kernfunktionen, zu denen F&E, Ingenieurswesen sowie die Produktion zählen, werden der Mitteilung zufolge an den Standorten von ASTI weitergeführt. ABB will die Produktionskapazitäten am Hauptsitz des AMR-Geschäfts deutlich ausbauen, um die geplante Absatzsteigerung in Europa und auf dem amerikanischen Kontinent zu unterstützen. Zudem will ABB nach Eigenangaben in ihrer neuen Roboterfabrik, die 2022 in Shanghai eröffnet werden soll, ein AMR-Zentrum für Asien aufbauen, das die gesamte Wertschöpfungskette inklusive Fertigung umfasst, um das Wachstumspotenzial für AMR in China und Asien zu erschließen.

Printer Friendly, PDF & Email