Redaktion (allg.)

Viele deutsche Industrieunternehmen verstehen ihr Risikomanagement (RM) falsch. Das ist das Ergebnis der Studie „Technisches Risikomanagement“ des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT und der P3 Ingenieurgesellschaft mbH, beide mit Sitz in Aachen. Demnach führen 62 Prozent der 180 Befragten eine Risikoanalyse erst beim Auftreten von Fehlern am Produkt oder im Prozess durch. Ebenfalls gut zwei Drittel glauben, dass RM in ihrem Unternehmen nicht richtig umgesetzt wird.

Das Problem: Zwar haben 70 Prozent einen eigenen RM-Prozess definiert, der die Abläufe, die Organisation und die Verantwortlichkeiten im Unternehmen definiert. Jedoch hat etwa nur die Hälfte festgelegt, wie die identifizierten Risiken unternehmensweit kommuniziert werden. Zu 38,5 Prozent wird es den Mitarbeitern überlassen, ob sie die Risiken im Unternehmen besprechen. In vielen Fällen wird auch das identifizierte Risiko nicht ausreichend kontrolliert.

Als Gründe nannten die Unternehmen unter anderem, die Risikokontrolle sei zu aufwendig (rund 55 Prozent) oder der Nutzen sei zu gering (rund 39 Prozent). Nachholbedarf bescheinigt die Studie den Firmen auch in puncto Datentransparenz und Kostenkontrolle: Lediglich 45 Prozent speichern die Risikodaten in einer zentralen Datenbank. Und nur rund 21 Prozent führen eine Kostenberechnung durch. 64 Prozent schätzen die Kosten lediglich ab und rund 28 Prozent bewerten sie gar nicht.

(akw)
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