Retourenlogistik: Hermes Germany setzt auf WildPlastic

Der KEP-Dienstleister bietet Versandtaschen aus dem nachhaltigen Material als Alternative für beschädigte oder verlorengegangene Retourenverpackungen an.

Jeder zehnte Onlinekauf wird hierzulande wieder zurückgeschickt. Für die Umwelt ist dies aufgrund der steigenden CO2-Bilanz wenig vorteilhaft. | Bild: Hermes Germany
Jeder zehnte Onlinekauf wird hierzulande wieder zurückgeschickt. Für die Umwelt ist dies aufgrund der steigenden CO2-Bilanz wenig vorteilhaft. | Bild: Hermes Germany
Sandra Lehmann
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Hermes Germany hat in Kooperation mit dem Hamburger Unternehmen Wildplastic eine neue und nachhaltige Retourenlösung eingeführt: die „Hermes Retourentasche“, die aus sogenanntem wilden Plastik besteht, das in Ländern ohne ausreichendes Recyclingsystem aus Natur und Umwelt gesammelt wird. Die Lösung biete Kunden eine praktische und kostenfreie Alternative, sollte die ursprüngliche Versandverpackung beschädigt sein, nicht mehr existieren oder nicht den Anforderungen entsprechen.

Einfach im Paketshop verpacken

Diese ist laut Hermes in allen mehr als 16.500 PaketShops erhältlich. Kunden bringen ihre Artikel sowie ein selbstklebendes Hermes Retourenlabel oder einen QR-Code mit in einen nahegelegenen PaketShop ihrer Wahl. Die Tasche wird von Kunden selbst vor Ort gepackt, mit dem selbstklebenden Verschluss geschlossen und mit einem Retourenetikett versehen. Nach der Übergabe an das PaketShop Personal wird eine Retourenquittung ausgehändigt und der gewohnte Prozess startet.

„Als Paketlogistiker ist es unser Ziel, den Paketversand und -empfang für unsere Auftraggeber und Endkunden so einfach wie möglich zu gestalten, dazu gehört auch der Retourenprozess. Hier sind ebenfalls innovative Lösungen gefragt, um Convenience- und Nachhaltigkeitsaspekte zu vereinen. Darum freuen wir uns, mit der Retourentasche von Wildplastic eine umweltverträgliche Lösung entwickelt zu haben, die sich im logistischen Alltag bereits bewährt hat und das Rücksenden von bestellten Artikeln noch einfacher macht, sollte die ursprüngliche Verpackung nicht mehr vorhanden oder unpassend sein“, erklärt Dennis Kollmann, Chief Sales Officer bei Hermes Germany.

„Bei der Suche nach einer möglichst umwelt- und ressourcenschonenden Versandverpackung, die gleichzeitig den Anforderungen im logistischen Prozess standhält und sich unkompliziert in die Prozesse am PaketShop einbinden lässt, haben wir uns mit verschiedensten Materialien auseinandergesetzt. Dabei hat sich die Lösung von Wildplastic im Vergleich zu anderen Varianten als besonders geeignet herausgestellt. Darüber hinaus ist der Ansatz, Plastikmüll aus der Umwelt zu holen und diesen Wertstoff erneut zu nutzen, ein unterstützungswürdiges Vorhaben. Nicht zuletzt hat sich die Tasche durch die bereits bestehende Zusammenarbeit zwischen Wildplastic und Otto in den letzten Jahren bereits im logistischen Alltag bewährt“, so Kollmann weiter.

Katrin Oeding, Mitgründerin und Chief Marketing Officer von Wildplastic, ergänzt: „Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit, denn gemeinsam mit einem starken Partner wie Hermes Germany können wir noch mehr erreichen: mehr wertvolles Plastik aus der Umwelt retten, mehr CO2 sparen und noch mehr Müllsammler*innen bessere Arbeitsbedingungen ermöglichen. Unserem Ziel, die Welt von wildem Plastik zu befreien, sind wir so ein Stück näher.“

 

Wildplastic hat sich nach Eigenangaben darauf spezialisiert, Plastikmüll aus der Umwelt zu entfernen, der sich auf illegalen Mülldeponien, in der freien Natur oder im Straßenbild befindet. Durch Zusammenarbeit mit lokalen Sammelorganisationen in Ländern ohne ausreichende Abfallwirtschaft wird dieser Müll gesammelt. Aus dem gesammelten Plastik wird ein Polyethylen-Granulat hergestellt, das die Basis für die 100 Prozent recycelbare Hermes Retourentasche bildet.