Retouren: Rücksendequote im Auslandsgeschäft geringer

Eine aktuelle Studie führt niedrige Rücksendequoten im Ausland auf Zahlungsart und kostenpflichtige Retouren zurück.

Die Retourenquote deutscher Händler ist im Ausland niedriger als in der Bundesrepublik selbst. Das geht aus einer Studie des DIHK und Ibi Research hervor. (Symbolbild: Dashadima/Fotolia)
Die Retourenquote deutscher Händler ist im Ausland niedriger als in der Bundesrepublik selbst. Das geht aus einer Studie des DIHK und Ibi Research hervor. (Symbolbild: Dashadima/Fotolia)
Sandra Lehmann

Retourenquoten im Geschäft mit dem Ausland sind niedriger als in Deutschland. Das geht aus einer Untersuchung des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und des Forschungsinstitut Ibi research an der Universität Regensburg hervor, die im November 2020 im Retourenkompendium des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (bevh) erscheinen wird.

Durchschnittlich 3,8 Prozent Rücksendungen im Ausland

Demnach geben die in der Bundesrepublik befragten Händler für den deutschen Markt durchschnittlich eine Retourenquote von mehr als sechs Prozent an. Im Auslandsgeschäft betrage die durchschnittliche Anzahl der Rücksendungen jedoch lediglich 3,8 Prozent. Österreich, Niederlande, Schweiz, Großbritannien und Frankreich haben laut der Erhebung Retourenquoten zwischen 5,6 Prozent und 3,4 Prozent. Die restlichen Länder lägen bei drei Prozent (USA) und 2,9 Prozent (China und Italien).

Diese geringeren Rücksendequoten könnten laut der Studie insbesondere mit der im jeweiligen Land bevorzugten oder gängigen Zahlungsart zu tun haben. In Frankreich und Italien sei beispielsweise die „Bestellung auf Rechnung“ völlig unbekannt. In Frankreich bezahlen Kunden ihre Einkäufe direkt per Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal, so der bevh. Viele französische Online-Händler würden die Ware sogar erst nach Vorkasse versenden. Weitere mögliche Erklärungen für niedrigere Quoten im Auslandsgeschäft deutscher Händler sind unter anderem, dass es in vielen europäischen Ländern nicht üblich ist, Produkte ohne weiteres zurückzuschicken oder es keine Möglichkeit gibt, Ware kostenfrei zurückzusenden. Ganz anders verhält es sich in Deutschland – hier erwarten Kunden nach bevh-Angaben eine kostenlose Rückgabe. In den meisten untersuchten Ländern ist die Rücksendung hingegen generell kostenpflichtig zu Lasten des Kunden.

„Für den Händler und die Umwelt sind Retouren auch in Deutschland keineswegs kostenlos. Umso wichtiger ist es, dass die Prozesse im Retourenmanagement weiter optimiert werden, um unnötige Retouren zu vermeiden. Auch die Kosten sowie Umweltauswirkungen unvermeidbarer Retouren müssen weiter reduziert werden. Dazu soll auch das Retourenkompendium einen wichtigen Beitrag leisten, indem es Wissen bündelt und allen Beteiligten zur Verfügung stellt“, so Alien Mulyk, Projektleiterin für das „Retourenkompendium“ beim bevh.

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