Retouren: Hermes beschließt Sozialplan

Für den Retourenbetrieb von Hermes Fulfilment in Hamburg hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Betriebsrat eine Einigung erzielt.

Der Retourenbetrieb der Hermes Fulfilment GmbH im Hamburger Stadtteil Bramfeld wird zum 31. August 2021 geschlossen werden. (Symbolbild: AdobeStock/ fotomowo)
Der Retourenbetrieb der Hermes Fulfilment GmbH im Hamburger Stadtteil Bramfeld wird zum 31. August 2021 geschlossen werden. (Symbolbild: AdobeStock/ fotomowo)
Melanie Wack

In ihren Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan für den Retourenbetrieb der Hermes Fulfilment GmbH in Hamburg haben das Unternehmen und der Betriebsrat der Hermes Fulfilment eine Einigung erzielt, das hat Hermes am 4. Februar verkündet. Auch der Aufsichtsrat der Hermes Europe hat der Mitteilung zufolge dem Schließungsvorhaben zugestimmt.

Georg Rau, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hermes Fulfilment GmbH: „Trotz harten Ringens mit dem Betriebsrat ist es uns in konstruktiven Gesprächen gelungen, gemeinsam eine faire Lösung für alle Beteiligten zu finden. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Der Retourenbetrieb im Hamburger Stadtteil Bramfeld wird danach zum 31. August 2021 geschlossen werden. Diejenigen der 840 überwiegend in Teilzeit beschäftigten Mitarbeitenden, die ihren Arbeitsplatz verlieren, erhalten laut Pressemeldung eine Abfindung. Zudem wurde vereinbart, zum 1. September 2021 eine Transfergesellschaft zu gründen, in die die betroffenen Mitarbeitenden auf freiwilliger Basis eintreten können und in der sie über verschiedene professionelle Schulungsangebote in maximal zwölf Monaten für eine neue Tätigkeit im Arbeitsmarkt qualifiziert werden, so heißt es in der Unternehmensmitteilung.

Auch Dirk Schmidt, Vorsitzender des Betriebsrats, zieht ein positives Fazit der Verhandlungen: „Uns ist es gelungen, dass alle Kolleginnen und Kollegen eine Abfindung erhalten und für alle eine Transfergesellschaft zur Verfügung stehen wird. Niemand muss zum 1. September 2021 arbeitslos werden.“

Zu harter Wettbewerb

Der Retourenbetrieb, der kleinvolumige Artikel bearbeitet, kann Hermes zufolge aufgrund eines immer härter gewordenen internationalen Wettbewerbs nicht länger aufrechterhalten werden. Der Großteil der Gesamtmenge an Retouren im Konzern wurde den Angaben zufolge bereits in Polen und Tschechien abgewickelt. Dort werde zukünftig nun auch der Rest bearbeitet.

Die betroffenen Mitarbeitenden habe das Unternehmen über den gesamten Verhandlungsprozess hinweg und auch mit Abschluss der Gespräche umfassend informiert. Unter anderem wurde eine achtseitige Infobroschüre mit den wichtigsten Inhalten des Sozialplans auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Polnisch und Russisch verteilt.

Kay Schiebur, Vorstand Services der Otto Group: „Wir begrüßen das jetzt vorliegende Verhandlungsergebnis sehr. Es schafft für alle Kolleginnen und Kollegen im Retourenbetrieb Klarheit und unterstützt durch die verschiedenen Elemente des Sozialplans die individuelle Neuorientierung bestmöglich.“

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