Recycling: Hersteller von Bekleidung sollen künftig Verantwortung für Textilmüll tragen

(dpa) EU-Abgeordnete haben dafür gestimmt, dass Anbieter künftig die Kosten für Sammlung, Sortierung und Recycling von Bekleidung übernehmen müssen.

Für den Textilmüll in der EU sollen künftig die Hersteller mitverantwortlich sein und die Kosten für das Recycling tragen. (Foto: Jens Kalaene/dpa)
Für den Textilmüll in der EU sollen künftig die Hersteller mitverantwortlich sein und die Kosten für das Recycling tragen. (Foto: Jens Kalaene/dpa)
Sandra Lehmann

Das EU-Parlament will Hersteller von Textilien künftig stärker zur Verantwortung ziehen, um Müll und Verschwendung zu verringern. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Eine Mehrheit der Abgeordneten stimmte am 13. März in Straßburg für schärfere Regeln.

Demnach sollen Hersteller, die Textilien in der EU verkaufen, die Kosten für das getrennte Sammeln, Sortieren und Recyceln übernehmen müssen. Das würde für Produkte wie Kleidung und Accessoires, Bettwäsche und Teppiche gelten, aber auch Waren, die Materialien wie Leder, Kunstleder, Gummi oder Kunststoff enthalten.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) unterstützte den Vorstoß des Parlaments. Es sei begrüßenswert, dass endlich die Hersteller in die Verantwortung genommen werden sollen, sagte dessen Vizepräsident und Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Patrick Hasenkamp.

Die Abgeordneten schlagen zudem höhere verbindliche Ziele für die Reduzierung von Lebensmittelabfällen vor. Die Pläne sollen nach den Europawahlen im Juni vom neuen Parlament weiterverfolgt werden.

Nach Angaben des Parlaments fallen jährlich in der EU 60 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle (131 Kilogramm pro Person) und 12,6 Millionen Tonnen Textilabfälle an. Allein auf Kleidung und Schuhe würden 5,2 Millionen Tonnen Abfall entfallen, was zwölf Kilogramm Abfall pro Person und Jahr entspreche.