Ranking: Cyberrisiko global an erster Stelle

Das Aon Global Risk Management Survey 2023 liefert eine internationale sowie eine Deutschland-Rangliste zu den Top-Risiken für Unternehmen.

Aon Global Risk Management Survey 2023: Das Cyberrisiko steht bei der zweijährlichen Global Risk Management Umfrage von Aon global erneut an erster Stelle, in Deutschland an zweiter. (Foto: Gajus/AdobeStock)
Aon Global Risk Management Survey 2023: Das Cyberrisiko steht bei der zweijährlichen Global Risk Management Umfrage von Aon global erneut an erster Stelle, in Deutschland an zweiter. (Foto: Gajus/AdobeStock)
Matthias Pieringer

Cyberangriffe und Datenschutzverletzungen sind im Aon Global Risk Management Survey 2023 international das Top-Risiko. In Nordamerika und Europa sowie im asiatisch-pazifischen Raum erreichte dieses Thema den ersten Platz, in Deutschland landete es auf Rang zwei. Damit verbunden wird laut Aon deutlich, dass Unternehmen gegenüber Cyberrisiken den höchsten Grad an „Risk Readiness“ aufweisen. Entscheidungsträger seien also bereits stark auf das Thema sensibilisiert und entsprechend vorbereitet, wie Aon unlängst mitteilte. Die Betriebsunterbrechung bleibt seit der Aon-Umfrage 2021 das zweithäufigste Risiko auf globaler Ebene (Deutschland: Platz drei). Auf Rang drei folgt international „Konjunkturabschwächung/langsame Erholung“

Während international das Rohstoffpreisrisiko und die Materialknappheit nur auf Platz sieben rangieren, stellen diese Risiken aus deutscher Perspektive die größte Gefahr dar. Die unterschiedliche Gewichtung dieses Risikos ist Aon zufolge auffallend und ließe sich unter anderem durch ein national abweichendes Preisbewusstsein erklären, das die Auftragslage der deutschen Firmen beeinflusst.

Am Aon Global Risk Management Survey, das vom Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Aon plc 2023 zum neunten Mal veröffentlicht wurde, nahmen knapp 3.000 Entscheidungsträger aus 61 Ländern und Regionen in insgesamt elf Sprachen teil. In Deutschland beteiligten sich 50 Teilnehmer an der Umfrage. Der Global Risk Management Survey von Aon wird seit 2007 alle zwei Jahre durchgeführt.

„Die Welt ist unbeständiger geworden“, so Greg Case, CEO von Aon. Dies spiegele sich in einer Reihe von tiefgreifenden Veränderungen in den Bereichen Handel, Technologie, Klima und Humankapital wider, welche den Unternehmensleitern „die zunehmende Verflechtung von unterschiedlichen Risiken vor Augen geführt haben". Case weiter: „Durch den Einsatz fortschrittlicher Analysen und der damit verbundenen Entwicklung innovativer Lösungen unterstützen wir Unternehmen auf der ganzen Welt, die eigenen Risiken zu quantifizieren, zu managen und das Kapital darauf abzustimmen, um bereits heute bessere Entscheidungen für morgen zu treffen."

Bindung von Talenten steigt global auf vierten Rang

Die diesjährige Studie zeigt Aon zufolge auf, dass Herausforderungen bezüglich des Humankapitals ein zentrales Geschäftsrisiko darstellen, das durch steigende Gesundheitskosten, den Wettbewerb um Talente, Arbeitskräftemangel und mangelnde Vorbereitung auf den Ruhestand angeheizt wird. 2023 rangiert die Gewinnung und Bindung von Talenten weltweit auf Platz vier, nachdem dieses Risiko 2021 noch nicht Teil der globalen Top 10 war. In Deutschland stellt im Vergleich vornehmlich das Thema Mangel an Arbeitskräften mit einem Ranking auf Platz sieben ein treibendes Risikothema dar.

Eine weitere Erkenntnis: Die Risiken Klima (Platz 17) und künstliche Intelligenz (Platz 49) fehlen in der globalen Top-10-Rangliste, was laut Aon auf ein mangelndes Bewusstsein für die potenziellen Auswirkungen dieser Themen auf das Risikoprofil von Unternehmen schließen lässt. Zu den unmittelbareren klimabedingten Risiken zählen Sachschäden, Auswirkungen von Unwettern und Naturkatastrophen sowie die Folgen klimabezogener regulatorischer Änderungen und Compliance-Verpflichtungen für Unternehmen.

Top-10-Risiken global

1. Cyber-Risiken

2. Betriebsunterbrechung

3. Konjunkturabschwächung/langsame Erholung

4. Versagen bei der Gewinnung von Spitzenkräften

5. Regularien/Gesetzgebungsänderungen

6. Ausfall der (Zu-)Lieferketten oder Vertriebswege

7. Rohstoffpreisrisiko/Materialknappheit

8. Schädigung des Rufs/der Marke

9. Versagen bei Innovationen/Erfüllung von Kundenbedürfnissen

10. Zunehmender Wettbewerb

 

Top-10-Risiken Deutschland

1. Rohstoffpreisrisiko/Materialknappheit

2. Cyber-Risiken

3. Betriebsunterbrechung

4. Ausfall der (Zu-)Lieferketten oder Vertriebswege

5. Regularien/Gesetzgebungsänderungen

6. Konjunkturabschwächung/langsame Erholung

7. Mangel an Arbeitskräften

8. Geopolitische Volatilität

9. Versagen bei Innovationen/Erfüllung von Kundenbedürfnissen

10. Sachschäden