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Prognose: So wirkt sich die Coronakrise auf Logistikimmobilien aus

LIP Invest geht von neuen Investoren in der Assetklasse aus.

Die Nachfrage nach Logistikimmobilien wird im Zuge der Coronakrise deutlich steigen, so der Finanzdienstleister LIP Invest. (Foto: LIP Invest)
Die Nachfrage nach Logistikimmobilien wird im Zuge der Coronakrise deutlich steigen, so der Finanzdienstleister LIP Invest. (Foto: LIP Invest)
Therese Meitinger

Das auf Logistikimmobilien spezialisierte Münchener Investmenthaus LIP Invest hat sich mit den Auswirkungen der Coronakrise auseinandergesetzt. In einer Mitteilung vom 9. April prognostiziert LIP-Gesellschafter und Geschäftsführer Bodo Hollung unter anderem, die aktuell bereits gestiegene Nachfrage nach Logistikimmobilien werde sich künftig voraussichtlich noch verstärken.

In der aktuellen Zeit sieht LIP Invest – bedingt durch unterschiedliche Entwicklungen in einzelnen Marktsegmenten – eine gestiegene Relevanz von Logistikimmobilien. Im Einzelhandel führt dem Investor zufolge eine geringere Konsumnachfrage sowie die Schließung von Läden zu einer hohen Auslastung der Lagerflächen mit nicht abverkaufter Ware. Die hohe Konsumnachfrage im Lebensmitteleinzelhandel bewirkt demnach hingegen, dass zur Nachschubbewältigung sogar kurzfristig anmietbare Logistikflächen gesucht werden. Der E-Commerce profitiere von der aktuellen Lage besonders, da vermehrt Onlinebestellungen getätigt würden, so das Unternehmen.

Die Coronakrise werde sich auch langfristig auf Lieferketten und Logistikprozesse auswirken: Zuletzt seien Supply Chains aus Kostengründen immer mehr so geplant worden, dass kaum noch Sicherheitspuffer vorhanden gewesen seien. Im Risikofall könne sich dies als nachteilig erweisen, so LIP Invest. Künftig wird die Tendenz dem Investor zufolge voraussichtlich wieder zum vermehrten Aufbau von Sicherheitsbestände gehen, um weniger krisenanfällig zu sein. Im Zuge der höheren Bestandshaltung geht LIP Invest auch von einer gesteigerten Nachfrage nach Lagerflächen aus.

Von „just in time“ zu „krisenfest“

Ebenso kann es LIP Invest zufolge verstärkt zu einer Rückverlagerung von Produktion nach Europa kommen. Die Versorgung aus dem Ausland sei im Zuge der Krise zum Stocken gekommen, argumentiert der Anbieter. Produktionsrückverlagerungen von China nach Europa, sogenanntes Nearshoring, habe bereits vor Beginn der Krise eingesetzt. Diese Entwicklung werde sich nun wohl verstärken und die benötigten Logistikflächen nachziehen.

Insbesondere im E-Commerce können sich LIP Invest zufolge auch nach der Krise langfristige Verschiebungen ergeben. Kunden, die jetzt Gefallen am Onlinehandel finden, ändern womöglich auch langfristig ihr Konsumverhalten. Auch dafür werden weitere Logistikflächen benötigt.

Durch die anhaltende Grundstücksknappheit für Logistikansiedlungen in vielen Regionen Deutschlands und der gleichzeitig hohen Nachfrage nach Logistikflächen sind die Mietpreise in den letzten zwei bis drei Jahren laut dem Dienstleister in den meisten Regionen gestiegen. Da es zunehmend schwieriger werde, neue Industrie- und Gewerbegebiete auszuweisen und der Flächenmangel somit auch zukünftig anhalten wird, sei weiterhin von steigenden Mieten auszugehen, so das Unternehmen.

Der Investor erwartet, dass die Logistikimmobilienbranche in der Krise und nach der Krise eine noch stärkere Aufmerksamkeit erfährt und viele neue Investoren in diese Assetklasse drängen. Auch ausländische Investoren sehen LIP Invest zufolge Deutschland nach wie vor als sicheren Hafen. Im Vergleich zu anderen Assetklassen wie „Büro“, „Hotel“ oder „Handel“ ist die Logistikimmobilie von der aktuellen Krise in geringerem Maße betroffen.

Investoren werden, so die Prognose der Investors, zu Lasten von Büro- und Einzelhandelsimmobilien (außer Lebensmittel beziehungsweise Güter des täglichen Bedarfs) sowie Hotelimmobilien verstärkt in Richtung Logistik gehen.

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