Prognose: Logistikweise rechnen 2021 mit Wachstum im Wirtschaftsfeld

Das Expertengremium fordert von der Politik, grenzübergreifend in digitale und analoge Infrastruktur zu investieren.

Vonseiten der deutschen Wirtschaft wirken gleichermaßen herausfordernde wie treibende Impulse auf die Logistik ein. (Foto: Bizvector / Fotolia)
Vonseiten der deutschen Wirtschaft wirken gleichermaßen herausfordernde wie treibende Impulse auf die Logistik ein. (Foto: Bizvector / Fotolia)
Therese Meitinger

Die „Logistikweisen“ haben am 20. Oktober die Ergebnisse ihres Gipfeltreffens vom Herbst 2020 bekannt gegeben. Auf der Zusammenkunft am 25. September diskutierte das Expertengremium im fränkischen Niedernberg die Einflussfaktoren, die seiner Ansicht nach die Entwicklung der Logistik im Jahr 2021 prägen werden, und sprach Handlungsempfehlungen für die Politik aus, um die führende Position der deutschen Logistiklandschaft zu sichern. Dabei prognostizierten sie auch das Wachstum des Geschäftsfelds für das nächste Jahr: Nominal rechnen die Logistikweisen demnach mit einem Anstieg von 4,0 bis 4,8 Prozent zum Vorjahr. Eingeflossen in die Prognose seien unterschiedliche Szenarien, die die Entwicklungen der allgemeinen Weltwirtschaft sowie der Auftragslage beziehungsweise Produktionsmengen, der der Konsumausgaben, der Kostenelement sowie der Preise, heißt es.

Bei den relevantesten Einflussfaktoren für die Entwicklung des Wirtschaftszweigs Logistik für 2021 rechnet das Expertengremium damit, dass die politischen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus Bestand haben. Neben weiteren punktuellen Einschränkungen verhindere auch eine anhaltende Verunsicherung den dynamischen Aufschwung des Geschäftsbereichs, so die Logistikweisen. Marktkonzentrationen, Insolvenzen und Konsolidierungen werden ihrer Ansicht nach zu verzeichnen sein. Zudem weisen sie darauf hin, dass die Kurzarbeit die reale Arbeitslosigkeit verdeckt.

Widersprüchliche Impulse aus der Wirtschaft

Während einzelne Wirtschaftszweige wie die Automobilindustrie oder der Maschinenbau im Szenario der Logistikweisen gravierende Probleme haben, wachsen Einzelhandel und E-Commerce überproportional. Dies schlägt sich in widersprüchlichen Impulsen auf Logistik-Kennzahlen wie Transport-, Warehousing- oder IT-Kosten sowie Sendungsmengen oder Logistikmargen nieder. Enorme Bedeutung kommt nach Maßgabe der Experten auch der zunehmend geforderten und geförderten Digitalisierung und der Nachhaltigkeit zu, die in Politik und Wirtschaft immer mehr zum „Leitstern“ wird.

Als zentrale Handlungsempfehlung für die Politik benennen die Logistikweisen unter anderem den beschleunigten Ausbau der digitalen und analogen Infrastruktur. Dieser müsse grenzübergreifend erfolgen, heißt es. Zugleich gilt es ihrer Ansicht nach in Innovationen zu investieren, um die Zukunftssicherheit des Standorts Deutschland zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu steigern. Schritte zur Eindämmung des Klimawandels sind für die Logistikweisen unerlässlich; hier müsse der Gesetzgeber Richtlinien und Grundlagen für planbare Entscheidungen schaffen.

Um die Logistik zu stützen bedarf es der Mitteilung zufolge einer Ausbildungsoffensive gegen Fachkräftemangel sowie eine gezieltere und direktere Förderung von Unternehmen. Die Relevanz des Wirtschaftsfelds soll nach Ansicht des Gremiums verdeutlicht werden, indem die Logistik zum zentralen Schwerpunkt im Verkehrsministerium gemacht wird. Außerdem sei ein Logistik-Think-Tank zu installieren, so die Logistikweisen.

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