Produktionsversorgung: Liebherr-Mining nutzt Kommissionier- und Lagersystem von Knapp

Der Hydraulikbagger-Hersteller Liebherr-Mining setzt auf Automatisierungslösungen von Knapp für die Produktionsversorgung und die Ersatzteilkommissionierung seines französischen Standortes Colmar.

Liebherr-Mining verwendet künftig die flexiblen „Open Shuttles“ von Knapp, die den Wareneingang mit dem neuen Kleinteilelager vollautomatisch verbinden. (Bild: Knapp)
Liebherr-Mining verwendet künftig die flexiblen „Open Shuttles“ von Knapp, die den Wareneingang mit dem neuen Kleinteilelager vollautomatisch verbinden. (Bild: Knapp)
Gunnar Knüpffer

Liebherr-Mining, Hersteller von Hydraulikbaggern für den Tagebau, hat Knapp mit der Automatisierung der Produktionsversorgung und Ersatzteilkommissionierung am Standort Colmar in Frankreich beauftragt. Die Lösung, bestehend aus einem automatischen Kleinteilelager und autonomen mobilen Robotern, soll Liebherr-Mining mehr Flexibilität in der Arbeitsplatzversorgung und eine hohe Lagerdichte bei Erhalt der bestehenden Infrastruktur bieten, hieß es in einer Mitteilung des Lösungsanbieters vom 20. Oktober.

Am Standort in Colmar fertigt Liebherr-Mining Großhydraulikbagger für den Einsatz im Tagebau. Im derzeit bestehenden Paletten-Hochregallager werden alle für die Endmontage und Ersatzteilbelieferung benötigten Teile, auch Kleinteile, gelagert. Um die Arbeitsplätze flexibel und automatisch zu versorgen sowie den zur Verfügung stehenden Lagerplatz bestmöglich zu nutzen, engagierte das Unternehmen Knapp für die Realisierung eines neuen Kleinteilelagers.

Die neue Lösung wird das Kommissionier- und Lagersystem „OSR Shuttle Evo“, drei ergonomische Arbeitsplätze der „Pick-it-Easy“-Serie, vier „Decanting“-Arbeitsplätze sowie die flexiblen „Open Shuttles“, die den Wareneingang mit dem neuen Kleinteilelager vollautomatisch verbinden, umfassen. In dreifachtiefer Lagerung sollen in einer Gasse auf 37 Ebenen 23.500 Stellplätze verwirklicht werden. Dabei wird das bestehende Paletten-Hochregallager im vollen Ausbau bestehen bleiben. Das neue Kleinteilelager soll alle Teile vollautomatisch, mit sehr hoher Lagerdichte lagern und im Ware-zur-Person-Prinzip an die Arbeitsplätze zuführen.

Open Shuttles übernehmen Transport der Kleinteile

Das KiSoft-Softwarepaket von Knapp soll dabei als Gehirn der Lösung fungieren. Es wird durch eine Schnittstelle mit dem Kundensystem verbunden sein, steuert die Flotte der Open Shuttles und verwaltet die Ein- und Auslagerung im Kleinteilelager sowie die Versorgung der Arbeitsplätze. Die Visualisierung des Anlagenzustandes wird die Software „KiSoft SCADA“ übernehmen, die für einen vollen Überblick und für hohe Verfügbarkeit sorgen soll.

Das System soll Liebherr-Mining bei drei grundlegenden Prozessen unterstützen – dem Warenein- und -ausgang und der Kommissionierung. Im Wareneingang wird die Flotte der Open Shuttles den Transport der Kleinteile von den dezentralen Wareneingangsarbeitsplätzen zum neuen Lagersystem übernehmen. Die Open Shuttles fügen sich dabei in den innerbetrieblichen Staplerverkehr ein.

Die Waren werden anschließend zentral im OSR Shuttle Evo gelagert. Werden die Teile in der Produktion oder als Ersatzteile benötigt, erfolgt die Auslagerung an die Kommissionierarbeitsplätze. An den ergonomischen Arbeitsplätzen der Pick-it-Easy-Serie werden die Kleinteile im Ware-zur-Person-Prinzip zugeführt und in Behälter kommissioniert. 

Nach erfolgreicher Kommissionierung fahren die Behälter über die Fördertechnik zur Konsolidierungszone, wo die Waren aus dem Palettenlager mit den Kleinteilen zusammengeführt und anschließend zu den Produktionslinien oder als Ersatzteile zum Versand transportiert werden, bei Bedarf können die fertig kommissionierten Auftragsbehälter im OSR Shuttle Evo auch nochmals zwischengelagert werden. Der Go-live der neuen Automatisierungslösung ist für Februar 2024 geplant.

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