Produktionslogistik: MAN automatisiert seine Materialversorgung mit SOTO-Robotern von Magazino

Nach einer einjährigen Pilotphase wird im Herbst 2024 eine Flotte von zwölf SOTO-Robotern der Jungheinrich-Tochter Magazino die KLT-Versorgung in der Motorenmontage von MAN sowie bei der geplanten Batteriefertigung automatisieren.

Aufgrund von erfolgreichen Tests entschied sich MAN Nürnberg für den Einsatz von zwölf SOTO-Robotern zur Vollautomatisierung der Kleinteile-Logistik. (Bild: Magazino)
Aufgrund von erfolgreichen Tests entschied sich MAN Nürnberg für den Einsatz von zwölf SOTO-Robotern zur Vollautomatisierung der Kleinteile-Logistik. (Bild: Magazino)
Gunnar Knüpffer
(erschienen bei LOGISTRA von Tobias Schweikl)

Das Münchener Robotik-Unternehmen Magazino, eine Tochtergesellschaft der Jungheinrich AG, hat die Produktionslogistik im Motorenwerk von MAN in Nürnberg weiter automatisiert. Die „SOTO“-Roboter von Magazino werden nun eingesetzt, um die Materialversorgung zwischen Lager und Montagelinie vollautomatisch zu gewährleisten, insbesondere für die Handhabung von Kleinladungsträgern (KLT). Nach einer einjährigen Pilotphase wird im Herbst eine Flotte von zwölf SOTO-Robotern die KLT-Versorgung in der Motorenmontage und der geplanten Batteriefertigung automatisieren.

Die Zusammenarbeit zwischen Magazino und MAN begann bereits 2019 mit dem Ziel, die Logistik-Automatisierung voranzutreiben. Durch die gemeinsamen Anstrengungen konnte die Funktionalität der SOTO-Roboter in der Praxis erprobt und für den Einsatz verbessert werden. Aufgrund der erfolgreichen Tests entschied sich MAN Nürnberg für den Einsatz von zwölf dieser Roboter zur Vollautomatisierung der Kleinteile-Logistik.

„In der jüngsten Entwicklung unseres Werks in Nürnberg markiert die Einführung von SOTO einen weiteren Schritt in Richtung der Zukunft der Logistik“, sagte Simon Becker, Projektleiter bei MAN. „Dank SOTO wird nun auch der Bereitstellungsprozess mit Kleinladungsträgern vollständig automatisiert. Diese Roboter stehen damit auch exemplarisch für die fortschreitende Digitalisierung und Automatisierung unserer Werkslogistik und zahlen damit in unsere übergreifende Strategie ein.“

Es sei beeindruckend zu sehen, wie effizient und harmonisch Mensch und Roboter zusammenarbeiten können, sagte Becker. Die Entscheidung, die SOTO-Roboter bei ihnen einzuführen, sei das Ergebnis einer langjährigen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Magazino, die ihr Engagement für technologische Exzellenz und kontinuierliche Verbesserung widerspiegele.

Zum Einsatz kommen im Werk in Nürnberg die gängigen Behälterformate entsprechend der VDA-Norm. Der adaptive Greifer des Roboters passt sich automatisch an die entsprechende Behältergröße an und fährt, wie der Mensch, auch flexibel unterschiedliche Höhen der Übergaberegale an. Maschinenlesbare Codes an den Regalen sowie Etiketten an den Behältern dienen dem Roboter zur Identifizierung. Die Transportaufträge bezieht der Roboter direkt aus dem Warehouse Management System.

„Die Roboter nehmen die KLT eigenständig am automatischen Kleinteilelager (AKL) auf und jeder Roboter bringt bis zu 18 Behälter auf einmal an die einzelnen Montagelinien“, erläuterte Markus Ruder, Projektleiter bei Magazino. 

Dabei arbeiten sie in der gleichen Umgebung mit den Menschen und auch anderen mobilen Robotern. An der Fertigungslinie geben die Roboter die aktuell zwölf Kilogramm schweren Behälter direkt in die Regale ab. Auf der gegenüberliegenden Regalseite können Werker dann auf die Einzelteile für die Montage zugreifen. Leergut können die SOTO-Roboter ebenfalls autonom aufnehmen und zur zentralen Sammelstelle bringen.

Bisherige Lösungen wie Routenzüge oder einfache Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTS) konnten den Prozess der Materialversorgung nicht vollständig automatisieren. Die SOTO-Roboter bieten nun eine Lösung, die von der Aufnahme im Lager bis zur Bereitstellung an der Montagelinie reicht, und zeigen damit, wieviel Automatisierung in der modernen Produktionslogistik möglich ist.