Produktionslogistik: Audi setzt auf vollvernetzte Fabrik

RFID-Datenträger, die am Standort Neckarsulm an jedem Fahrzeug zum Einsatz kommen, sollen Zugriff auf wichtige Fahrzeugdaten für die Produktion ermöglichen.

Als erstes Werk im Volkswagen-Konzern nutzt Audi am Standort Neckarsulm die RFID-Technologie zur Fahrzeugidentifikation durchgängig im gesamten Produktionsprozess. (Foto: Audi)
Als erstes Werk im Volkswagen-Konzern nutzt Audi am Standort Neckarsulm die RFID-Technologie zur Fahrzeugidentifikation durchgängig im gesamten Produktionsprozess. (Foto: Audi)
Therese Meitinger

Der Audi Standort Neckarsulm setzt als erstes Automobilwerk im Volkswagen-Konzern die sogenannte RFID-Technologie (RFID = radio-frequency identification) zur Fahrzeugidentifikation durchgängig im gesamten Produktionsprozess ein. Das besagt eine Mitteilung vom 4. Februar. Der Standort lege damit eine wichtige Grundlage für eine vollvernetzte Fertigung, gibt das Unternehmen an. Eine Weiterentwicklung des RFID-Datenträgers soll erstmals bei der Produktion des vollelektrischen Audi e-tron GT zum Einsatz kommen.

„Der Einsatz einheitlicher und innovativer Technologien ist die Basis für die Vision der vollvernetzten, digitalisierten Produktion der Zukunft. Der Standort Neckarsulm nimmt eine führende Rolle im Bereich Digitale Produktion und Logistik ein und entwickelt und erprobt intelligente digitale Lösungen für den gesamten Konzern“, sagt Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik.

RFID gewerkeübergreifend einsetzen

Nach Firmenangaben nutzen Audi und auch andere Marken im Volkswagen-Konzern bereits seit mehreren Jahren in Teilbereichen der Montage oder im Karosseriebau auf die sogenannte RFID-Technologie zur Fahrzeugidentifikation. Als erstes Automobilwerk im Konzern setze Audi am Standort Neckarsulm diese Technologie nun jedoch gewerkeübergreifend und im gesamten Produktionsprozess ein, so Audi. Dazu erhalte jeder am Standort gefertigte Audi – vom „Audi A4“ bis zum vollelektrischen „e-tron GT“ – bereits beim ersten Fertigungsschritt im Karosseriebau einen RFID-Datenträger (oder „tag“) bestehend aus einem Chip und einer Antenne.

Dieser wird dem Automobilisten zufolge am rechten Hinterwagen der Karosserie angebracht und begleitet jedes Fahrzeug von dort aus in die Lackiererei zur Montage bis hin zur Auslieferung an seinen Kunden. Die Chips enthalten demnach eine Identifikationsnummer. Mithilfe eines Lesegeräts könnten so in den Produktionsbereichen wichtige Fahrzeuginformationen wie Karosserieform, Lackierung, Motorisierung und Ausstattung des jeweiligen Autos abgerufen werden, so der Hersteller. Damit soll unter anderem gewährleistet werden, dass jeder einzelne Audi so vom Band fährt, wie ihn sein neuer Besitzer zuvor beim Audi-Händler oder von zu Hause aus konfiguriert hat.

Der Audi-Standort Neckarsulm soll künftig eine führende Rolle im Bereich „Digitale Produktion und Logistik“ im gesamten Volkswagen-Konzern einnehmen. Bereits jetzt verfügt der Standort dem Unternehmen zufolge über umfassende Kompetenzen im Bereich der Fahrzeug-Fertigung, Logistik und Produktions-IT (Groß- und Kleinserie). Diese Fähigkeiten sollen im Rahmen der Transformation gezielt gestärkt werden und der Standort zu einem führenden Werk im Bereich der „Digitalen Produktion und Logistik“ entwickelt werden. Dabei fokussiere sich Neckarsulm auf die „ganzheitliche Fabriktransformation“ und die Bereitstellung zuvor erprobter IT-Lösungen im gesamten Volkswagen-Konzern, so Audi.

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