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Produktion: Ceratizit automatisiert sein Distributionszentrum

Dematic stattet das Lager des Hartmetallproduzenten in Kempten mit 217 Shuttles aus.

Dematic wird im neuen Distributionszentrum des Hartmetallproduzenten Ceratizit ein Dematic Multishuttle-System installieren. (Foto: Dematic
Dematic wird im neuen Distributionszentrum des Hartmetallproduzenten Ceratizit ein Dematic Multishuttle-System installieren. (Foto: Dematic
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Melanie Endres

Am 21. August hat Dematic vermeldet, das neue Distributionszentrum des Hartmetallproduzenten Ceratizit in Kempten im Allgäu zu automatisieren. Hierfür wird der Intralogistiker eigenen Angaben zufolge ein sieben-gassiges Multishuttle-System mit rund 90.000 Behälterstellplätzen installieren. In dem Lagersystem werden 217 Shuttles automatisch auf die Behälter zugreifen und diese direkt zu den Kommissionierstationen befördern, so die Mitteilung. Etwa 3.000 Quadratmeter Grundfläche werde das System mitsamt der Arbeitsplätze im neuen Distributionszentrum des Hartmetallproduzenten in Anspruch nehmen. Die Inbetriebnahme sei für das zweite Quartal 2021 geplant.

„Wir schneiden die Lösung speziell auf die Anforderungen von Ceratizit zu“, sagte Jessica Heinz, Leitung Marketing und Business Development bei Dematic Central Europe.

Bis zu 570 Behälter pro Stunde und Arbeitsplatz

Nach Angaben von Dematic soll das System eine Durchsatzrate von bis zu 570 Behältern pro Stunde und Arbeitsplatz erzielen. 26 Arbeitsstationen für das Verpacken der Ware sowie 24 für den Warenein- und -ausgang werden die Anlage komplettieren. Diese sind über eine insgesamt 1,7 Kilometer lange Förderstrecken an das Lagersystem angeschlossen.

Flexibles und direktes Zugreifen

Durch die direkte Anbindung der Regalgassen an die Kommissionierplätze und den „Inter-Aisle-Transfer“ ist kein Fördertechnik-Loop in der Vorzone notwendig, heißt es in der Pressemeldung. Die Technologie sorge dafür, dass sich die Behälter innerhalb des Regals über alle Gassen hinweg bewegen lassen. Auf diese Weise könnten die Kommissionierstationen flexibel auf Waren aus allen Gassen zugreifen.

Gesteigerte Ausfallsicherheit

Die Behälter im Dematic Multishuttle werden 400 mal 300 Millimeter oder 600 mal 400 Millimeter messen, wobei letztere nochmal in bis zu acht Fächer unterteilt werden können. Ein integriertes, vollautomatisches Kamerasystem im Wareneingang erfasse nach dem manuellen Einlegen der Einsätze automatisch die genaue Position der Ware, ohne dass der Mitarbeiter die Behälter und Einsätze scannen und die Daten händisch über einen Dialog eingeben muss. Dadurch sollen sich laut Dematic die Bestandqualität und Bearbeitungsgeschwindigkeit im Wareneingang erhöhen, sodass die Produkte schnell und zuverlässig für die Kunden zur Verfügung stehen. Sobald ein Auftrag eingeht, sollen die Shuttles die benötigten Artikel automatisch und in der richtigen Reihenfolge zu einer der insgesamt sieben Kommissionierplätze transportieren, so die Angaben. Dort können die Ceratizit- Mitarbeiter dann die Bestellungen zusammenstellen.

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Unterstützung durch SAP

Unterstützt werden sie in Zukunft dabei von einem „SAP-EWM“ (Extended Warehouse Management)-Dialog, der ihnen die relevanten Daten für die Bearbeitung anzeigen soll, so Dematic. Hinzu werden fünf Stationen speziell für die Kommissionierung von Halbfabrikaten kommen. Alle Kommissionierplätze will der Intralogistikspezialist Eigenangaben zufolge mit einer Pick-by-Light- Funktion ausstatten, die den zu kommissionierenden Artikel zusätzlich zu der graphischen Information am Monitor direkt am Entnahmefach optisch hervorheben soll. Zudem integriere Dematic Waagen zur Gewichtskontrolle sowie eine Griffüberwachung bei der Entnahme der Artikel.

„Auf diese Weise sinkt die Fehlerquote bei der Kommissionierung auf null“, sagte Heinz.

Direkte Steuerungsbefehle möglich

Standardisierte Siemens-S7-Steuerungen, die die Fördertechnik und das Shuttle- System regeln sollen, werden über die neue sogenannte „ABAP Push-Channel- Technologie“ an SAP angebunden. Damit könnten die entsprechenden Steuerungsbefehle direkt zwischen dem SAP-Server und der S7- Steuerung ausgetauscht werden. Bisher waren dafür laut Dematic ein „SAP-PCo-Rechner“ oder der „Dematic SubDriver“ notwendig, auf die nach der Automatisierung verzichtet werden könne. Die Benutzerführung wird über „UI5 Dialoge“ erfolgen, die dem Mitarbeiter der Mitteilung zufolge alle notwendigen Auftragsdaten anzeigen. „Die SAP-EWM-Lösung verwaltet und steuert außerdem das manuell betriebene Lager sowie den Bereich für Value Added Services“, heißt es weiter.

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