„Angesichts der sich ausbreitenden Krisensituationen ist der Druck auf Beschaffungs- und Lieferkettenexperten dauerhaft hoch. Dies sind die wichtigsten Trends, die wir vonseiten Ivalua für das kommende Jahr erwarten.“
1. Flexible Lieferketten bleiben oberste Priorität für Einkaufsentscheider
„Hohe Energie- und Rohstoffpreise, Inflation und der allgegenwärtige Mangel an Fachkräften werden die internationale Wirtschaft auch 2023 in Atem halten. Unternehmen passen ihre Lieferketten aufgrund der jüngsten Krisenereignisse bereits an, diversifizieren ihre Lieferanten, bauen Lagerbestände auf und setzen auf Near- oder On-Shoring. Wir sind der festen Überzeugung, dass Einkaufsentscheider dieser Aufgabe im kommenden Jahr weiter hohe Priorität einräumen. Sie werden ihre Beschaffungsstrategien anpassen, Produktionsmodelle hinterfragen sowie eine bessere Zusammenarbeit und Bewertung der Lieferanten anstreben.“
2. Unternehmen werden die Transparenz in der Lieferkette verdoppeln
„Krisenereignisse wie die Covid-19-Pandemie und der Krieg gegen die Ukraine haben nach wie vor enorme Auswirkungen auf internationale Lieferketten. Professionelles Risikomanagement ist deshalb von entscheidender Bedeutung. Voraussetzung dafür ist der Zugang zu möglichst umfassenden Informationen über die gesamte Lieferkette.
Für 2023 erwarten wir, dass Unternehmen die organisatorisch-technischen Grundlagen schaffen, um mehr Transparenz in ihre Lieferketten zu bringen. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf der Gewinnung von Informationen über Sub-Tier-Lieferanten liegen, die derzeit praktisch nicht vorhanden sind.“
3. Herausforderungen werden Digitalisierung im Einkauf beschleunigen
„Technologie ist für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Lieferanten unerlässlich. Nur mit einem vollständig digitalisierten Source-to-Pay-Prozess können Einkäufer Effizienzpotenziale in vollem Umfang nutzen, Alltagsaufgaben automatisieren und die Zusammenarbeit mit Lieferanten auf ein positives neues Level bringen. Dazu zählt beispielsweise die Automatisierung von Rechnungsprozessen und die Schaffung von Möglichkeiten, um Lieferanten frühzeitig zu bezahlen. Um dies zu erreichen, werden eine stärkere Digitalisierung und ein größeres Engagement für die Prozessautomatisierung immer wichtiger.“
4. Nachhaltigkeit: Aus Worten folgen Taten
„Die Einhaltung der ESG-Standards ist in den letzten Jahren zu einem wichtigen Unternehmensziel geworden. Insbesondere das Thema Nachhaltigkeit rückt 2023 immer mehr in den Mittelpunkt, da weltweit neue Vorschriften und Gesetze in Kraft treten – beispielsweise das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG). Dennoch haben die meisten Unternehmen bisher keine formellen Richtlinien festgelegt und kaum echte Fortschritte erzielt. Hinzu kommt, wie Ivalua in seiner jüngsten Studie herausgefunden hat, dass ein Drittel der Beschaffungsteams von internationalen Unternehmen bei ihren Sourcing-Kriterien ,Abstriche‘ machen mussten, um die Versorgung sicherzustellen. Priorität haben Fortschritte bei ESG nur noch bei sieben Prozent der befragten Unternehmen.
Unternehmen stecken 2023 verstärkt in einer Zwickmühle: Einerseits müssen sie sehr schnell immer strengere Gesetze einhalten, riskieren damit jedoch ihre Produktions- und damit Überlebensfähigkeit. Greifbare Fortschritte bei der Nachhaltigkeit werden 2023 dennoch hohe Priorität haben – einerseits, weil es Kunden fordern und es zudem gesetzlich vorgeschrieben ist. Organisationen werden deshalb im kommenden Jahr Prozesse und Systeme einführen, um ihre aktuellen CO2-Emissionen genauer zu bestimmen, Fortschritte zu erfassen – und sie für ihre Berichterstattung zu dokumentieren.“
5. Lieferantenbeziehungen werden sich verbessern
„Unternehmen werden 2023 besser und effizienter mit ihren Lieferanten zusammenarbeiten (müssen) als bisher. Wir rechnen deshalb mit verstärkten Investitionen in das Risiko- und Leistungsmanagement, aber auch in Plattformen, die die Zusammenarbeit erleichtern und zur Verbesserung der Lieferkettentransparenz beitragen. Ich gehe zudem fest davon aus, dass sich die traditionell sehr angespannten Beziehungen zwischen Auftraggeber und Lieferanten sich dadurch kontinuierlich verbessern werden.
Die Gründe liegen auf der Hand: Krisenbedingte Risiken und Scope-3-Emissionen der gesamten Lieferkette lassen sich nur durch Zusammenarbeit substanziell reduzieren. Gleiches gilt für die Verringerung der Auswirkungen durch die aktuelle Inflation: Ein kooperativer Ansatz, der zur Senkung der Gesamtkosten führt, statt Lieferanten über Preise unter Druck zu setzen, wird auf mittlere Sicht deutlich erfolgreicher sein. Transparenz lässt sich nur herstellen, wenn Unternehmen auf vertrauensvolle Beziehungen setzen und Informationen mit bestehenden Lieferanten austauschen, statt sich bei auftretenden Problemen sofort neue Partner zu suchen.“
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