Preview HANNOVER MESSE 2024: KI als Schlüssel gegen die Deindustrialisierung

Zur HANNOVER MESSE 2024 werden rund 4.000 Aussteller erwartet. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto „Energizing a Sustainable Industry“.

Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, stellte die Schwerpunkte der HANNOVER MESSE 2024 am 21. Februar in einer Preview der Presse vor. (Bild: Deutsche Messe)
Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, stellte die Schwerpunkte der HANNOVER MESSE 2024 am 21. Februar in einer Preview der Presse vor. (Bild: Deutsche Messe)
Therese Meitinger

Vom 22. bis zum 26. April 2024 findet die HANNOVER MESSE 2024 statt. Sie soll in diesem Jahr unter dem Motto „Energizing a Sustainable Industry“ stehen und auf den thematischen Grundpfeilern Digitalisierung, Automatisierung sowie Energieversorgung aufsetzen – mit künstlicher Intelligenz als verbindendem Element. Rund 4.000 Aussteller werden in diesem Jahr erwartet, das Partnerland ist Norwegen.  

Auf der Preview zur HANNOVER MESSE 2024 am 21. Februar unterstrich Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, zunächst das fordernde Umfeld, in dem sich die deutsche und europäische Wirtschaft aktuell bewegt:

„Geopolitische Spannungen, Klimawandel, stagnierendes Wachstum, hohe Energiepreise und Fachkräftemangel sorgen dafür, dass Kostendisziplin und Effizienz aktuell die beherrschenden Themen in den Unternehmen sind. Gleichzeitig führt künstliche Intelligenz dazu, dass sich die Arbeitswelten in der Industrie tiefgreifend verändern werden. Hinzu kommt, dass Unternehmenslenker und Wirtschaftsverbände vor einer Deindustrialisierung Europas warnen“, sagte Köckler.

Von künstlicher Intelligenz bis Wasserstoff

Die HANNOVER MESSE sei in diesem Jahr wichtiger denn je, denn selten seien die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen so volatil gewesen, so Köckler weiter. In Hannover sollen ihm zufolge Technologien und Lösungen präsentiert werden, die die Industrie befähigen, wettbewerbsfähig und nachhaltig zu produzieren. Als Fokusthemen nannte er die intelligente und CO2-neutrale Produktion, KI, Wasserstoff und sektorübergreifende Energie-Lösungen. Köckler sprach von einem „Bollwerk gegen die drohende Deindustrialisierung Europas“.

Zur Messe werden nach Veranstalterangaben mehr als 300 wirtschaftspolitische Delegationen erwartet. Angeführt von Bundeskanzler Scholz, der gemeinsam mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre und der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die HANNOVER MESSE eröffnen wird. Darüber hinaus will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Leitmesse der Industrie nutzen, um sich mit Vertretern der Wirtschaft auszutauschen.

Zu den ausstellenden Unternehmen zählen laut Deutscher Messe international agierende Großunternehmen wie Accenture, AWS, Bosch, Dell Technologies, Google, Microsoft, SAP, ServiceNow, Schneider Electric oder Siemens sowie mittelständisch geprägte Technologieunternehmen wie Beckhoff, GP Joule, EBM-Papst, Ericsson, Festo, Turck, Harting, IFM, Igus, Lapp, Pepperl+Fuchs, Phoenix Contact, Rittal, Schunk, SEW-Eurodrive, Wago, Wibu oder Ziehl-Abegg, namhafte Forschungsinstitute wie Fraunhofer oder das KIT (Karlsruher Institut für Technologie) und mehr als 300 Industrie-Startups.

Künstliche Intelligenz als nächstes Level der industriellen Digitalisierung

Künstliche Intelligenz wollen die Veranstalter der HANNOVER MESSE als das nächste Level der industriellen Digitalisierung verstanden wissen. „Die Geschwindigkeit, mit der KI-Lösungen ihren Weg in die Industrie finden, ist atemberaubend. Unternehmen müssen jetzt investieren und vor allem ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Chancen von KI heranführen, sonst werden sie vom Wettbewerb abgehängt“, betont Köckler. „KI ist der Schlüssel zur wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Industrie.“

Auf der HANNOVER MESSE sollen konkrete Anwendungen zu sehen sein: Roboter, die sich per Sprache steuern lassen, Maschinen, die Fehler automatisch erkennen, oder Systeme, die durch vorausschauende Wartung Ausfallzeiten reduzieren.

Mit der zunehmenden Nutzung volatiler erneuerbarer Energiequellen rücke Wasserstoff als der geeignete Energieträger für eine emissionsfreie Wirtschaft immer stärker in den Fokus, heißt es vonseiten der Veranstalter. In Hannover sollen demnach rund 500 Aussteller aus der Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche ihre Lösungen präsentieren.  „Auf der HANNOVER MESSE zeigen wir, was technologisch machbar ist, und wir schaffen den Rahmen, in dem Politik und Industrie über einen konkreten Fahrplan hin zu einer funktionierenden Wasserstoffwirtschaft diskutieren und hoffentlich entscheiden können“, so Köckler.

Partnerland Norwegen

Partnerland Norwegen will die HANNOVER MESSE als Bühne nutzen, um sich unter anderem als innovativer und zuverlässiger Energiepartner zu präsentieren, wie Laila Stenseng, Botschafterin des Königreichs Norwegen in Deutschland, auf der Preview betonte. Das Motto des Partnerlandes lautet ihr zufolge„Norway 2024: Pioneering the Green Industrial Transition“. Damit will Norwegen seinen Anspruch unterstreichen, eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien, der CO2-neutralen Produktion, Carbon Capture und der Digitalisierung der Industrie einzunehmen, so Sternseng.

Auf der Konferenz „Renewable Dialogue – North Sea Energy Hub“ am 23. April diskutieren etwa Politiker und Experten aus Norwegen und Deutschland über die Energiewende mit Fokus auf politische Rahmenbedingungen sowie technologische Entwicklungen und Anwendungen.