Premiere: Google testet Drohnen

Video zeigt Prototypen beim Flug.
Thilo Jörgl

Nach dem Internetriesen Amazon testet auch Google die Möglichkeit, Pakete mit Drohnen auszuliefern. In einem Blog erklärte das amerikanische Unternehmen, dass bereits seit zwei Jahren am „Project Wing“ gearbeitet wird. Vor Kurzem fanden erste Testflüge in Australien statt. Dabei sind Medikamente und Hundefutter mithilfe von Drohnen zu zwei Farmern in Queensland geflogen worden. Google publizierte auf dem Video-Kanal Youtube dazu einen kurzen Film. Im Gegensatz zu den Drohnen, die Amazon getestet hat, landen die Fluggeräte von Google nicht für die Warenzustellung. Sie lassen die kleinen Pakete an einem Seil herunter. Das habe Sicherheitsgründe, sagte Projektleiter Nick Roy der amerikanischen Website „The Atlantic“.

Astro Teller, Chef des Forschungslabors Google X, betonte gegenüber der „Berliner Zeitung“, dass für die korrekte Zustellung Googles Kartendienste und die Ortsdaten von Smartphones mit dem Andoid-System von Google nützlich sein könnten. Wie LOGISTIK HEUTE berichtete, hatte Amazon bereits Ende 2013 mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, dass seit Längerem mit Drohnen experimentiert wird. Auf Youtube gibt es dazu ebenfalls einen Film. Auch der KEP-Spezialist Deutsche Post startete Ende 2013 mit einem „Paketkopter“ zu einem Jungfernflug mit einem Grippemittel. Der ferngesteuerte Mini-Hubschrauber konnte eine Paketlast von bis zu einem Kilo transportieren.

Kritiker der Drohnen betonen, dass der Einsatz der Geräte erst vom Luftfahrtbundesamt abgesegnet werden muss. Wesentlich einfacher könnten laut Logistikexperten die Zulassungen für Drohnen über die Bühne gehen, die in geschlossenen Hallen, etwa Logistikanlagen, fliegen. Auf der Fachmesse CeMAT stellte das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) im Mai 2014 das Projekt „InventAIRy“ vor, das sich autonomen Flugrobotern in der Logistik widmet. Das System wird durch die verwendete Sensorik in die Lage versetzt, die Umgebung selbstständig zu analysieren, um darauf basierend durch ein Lager zu navigieren, logistische Objekte zu erfassen und eine Inventur durchzuführen.

Für Aufsehen sorgte dieses Jahr auch der sogenannte GimBall, eine Entwicklung der ETH Lausanne. Die Drohne ist von einem kugelförmigen Käfig umschlossen. Dank einer sogenannten kardanischen Aufhängung kann sich das Gerät auch bei Zusammenstößen wieder in eine Normalposition bringen und den Kurs beibehalten. Eine spezielle Software steuerte dabei zwei Propeller und sogenannte Steuerflossen. Im Gegensatz zu anderen Geräten verfügt der GimBall nicht über schwere Sensoren, sondern tastet sich durch Hindernisse wie Bäume oder Gänge. Die Entwickler betonen, dass das Gerät beispielsweise in eingestürzten Gebäuden oder in den Bergen zum Einsatz kommen könnte.

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