Poco: Möbeldiscounter vertraut beim neuen Logistikzentrum auf Brüninghoff

Weil der Onlinehandel wächst und zugleich hohe Anforderungen an die Warenverfügbarkeit gestellt werden, investierte Poco in ein neues regionales Großlager im niedersächsischen Walsrode-Bomlitz.

Der Möbel-Discounters Poco hat für sein neues Großlager in Walsrode-Bomlitz den Projektbau-Spezialisten Brüninghoff gewonnen. (Bild: Brüninghoff)
Der Möbel-Discounters Poco hat für sein neues Großlager in Walsrode-Bomlitz den Projektbau-Spezialisten Brüninghoff gewonnen. (Bild: Brüninghoff)
Gunnar Knüpffer

In der Lüneburger Heide ist ein neues regionales Großlager für Poco entstanden. Vom niedersächsischen Walsrode-Bomlitz aus beliefert der Möbeldiscounter seine Verkaufshäuser in den Großräumen Hamburg, Schleswig-Holstein und Hannover. Zugleich soll damit das wachsende Onlinegeschäft unterstützt werden. Den Auftrag zur Realisierung dieses Großprojekts erhielt Brüninghoff, ist einer Presseaussendung des Projektbauspezialisten vom 18. Oktober zu entnehmen. Die Hallen sind dabei so konzipiert, dass sie auf die Lager- und Logistikanforderungen des Möbeldiscounters ausgerichtet sind. Ein Teil des Projekts wurde zudem zweigeschossig umgesetzt, um auf diese Weise die vorhandene Fläche bestmöglich auszunutzen und die Flächenversiegelung zu reduzieren.

Das Areal liegt zentral zwischen Hamburg und Hannover sowie in Nähe zum Walsroder Dreieck – und ist damit an die Bundesautobahnen 7 und 27 angeschlossen. Auf dem rund 100.000 Quadratmeter großen Grundstück entstand ein Logistikkomplex – bestehend aus fünf Hallen in drei Bauabschnitten. Aufgrund positiver Erfahrungen aus zahlreichen gemeinsamen vergangenen Bauprojekten habe der Möbeldiscounter erneut auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Brüninghoff vertraut, teilte der Projektbauspezialist aus Heiden mit. Er übernahm beim Bau in Walsrode die Generalunternehmer-Leistung – ohne TGA-Gewerke. Die befestigten Außenflächen wurden bauseits realisiert. Entwurfsverfasserin ist Inke Sabine Kloss von Theissen Architektur aus Göttingen.

Der Logistikkomplex für Poco sollte die bebaute Fläche optimal ausnutzen. Zu den zentralen Herausforderungen des Projektes zählte daher, die Innenstützen auf ein Minimum auszulegen, um die Lagerfläche flexibler zu gestalten. Auch sollte das Gebäude einen effizienten Verladevorgang unterstützen. Vor diesem Hintergrund wurde das gesamte Gebäude 1,15 Meter über der Geländeoberkante errichtet. 57 Tore dienen der Anlieferung und dem Abtransport der Ware.

Optimale Flächenausnutzung

Um eine wirtschaftliche Konstruktion zu gewährleisten und gleichzeitig die Anforderungen hinsichtlich Spannweiten und Brandschutz zu berücksichtigen, wurde bei diesem Projekt auf eine Kombination aus Stahlbetonstützen und -balken mit Spannbetonbindern und PI-Decken gesetzt. Letztere können auf der einen Seite bei hohen Verkehrslasten eingesetzt werden und ermöglichen auf der anderen Seite hohe Stützlasten. Die Träger überbrücken Spannweiten von bis zu 27 Metern, sodass eine flexible Gestaltung des Raumes und optimierte Lagerung ermöglicht werden. Bei der Fassade entschied man sich für die wirtschaftliche Umsetzung mit Sandwichpaneelen.

Die fünf Hallen sind bis zu 22,5 Meter hoch und verfügen über eine Nutzfläche von rund 38.900 Quadratmeter im Erdgeschoss. Um die bebaute Fläche bestmöglich zu nutzen und die Flächenversiegelung zu reduzieren, ist eine Halle zweigeschossig und die anderen Hallen mit umlaufenden Mezzaninen konzipiert. Letztere wurden gebaut, um die Fläche über den Anlieferungstoren für die Corlettenlagerung nutzen zu können. Sie verfügen zusammen über eine Nutzfläche von rund 7.300 Quadratmeter. Auch das Obergeschoss der zweigeschossigen Halle mit einer Nutzfläche von 6.980 Quadratmeter dient der Corlettenlagerung.

Standardmäßig setzt Brüninghoff bei der Planung und Realisierung von Projekten auf BIM. Daten aus dem BIM-Modell erleichterten in Walsrode spürbar den Arbeitsalltag auf der Baustelle. So wurden beispielsweise die Logistik und die zeitliche Abfolge der einzelnen Gewerke mittels BIM gesteuert. Auch wurden die Daten so aufgearbeitet, dass das Modell wichtige Messpunkte für eine Totalstation lieferte. Diese bringt Nutzer mittels Lasertechnik millimetergenau an den im BIM-Modell ausgewählten Zielpunkt. Das erwies sich als hilfreich beim Erstellen der Fundamente – denn so entfällt aufwändiges händisches Messen auf der Baustelle und Maßtoleranzen fallen geringer aus.