Pilotprojekt: Startschuss für die Digitale Automatische Kupplung

Gemeinsam mit fünf europäischen Unternehmen testet die Deutsche Bahn den Einsatz einer Digitalen Automatischen Kupplung bei Güterwagen.

 

Zugbildungsanlage in Halle an der Saale: Mit dem „Pilotprojekt zur Demonstration, Erprobung und Zulassung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) für den Schienengüterverkehr“ soll laut DB die Auswahl eines Kupplungstyps für eine europaweite Einführung vorbereitet werden. (Foto: DB AG/Kai Michael Neuhold)
Zugbildungsanlage in Halle an der Saale: Mit dem „Pilotprojekt zur Demonstration, Erprobung und Zulassung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) für den Schienengüterverkehr“ soll laut DB die Auswahl eines Kupplungstyps für eine europaweite Einführung vorbereitet werden. (Foto: DB AG/Kai Michael Neuhold)
Matthias Pieringer
(erschienen bei Transport von Daniela Kohnen)

Ein Konsortium von sechs Unternehmen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich hat mit dem Test einer Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) bei Güterwagen begonnen, wie aus einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn vom 23. Juli hervorgeht. Die Federführung übernimmt die Deutsche Bahn mit ihrer Tochter DB Cargo. Partner sind die schweizerischen und österreichischen Güterbahnen SBB Cargo und Rail Cargo Austria sowie die Wagenhalter Ermewa, GATX Rail Europe und VTG.

Das „Pilotprojekt zur Demonstration, Erprobung und Zulassung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) für den Schienengüterverkehr“ des deutschen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) läuft zweieinhalb Jahre von Juli 2020 bis zum Dezember 2022.  

Mit dem Projekt soll laut DB die Auswahl eines Kupplungstyps für eine europaweite Einführung vorbereitet werden. Die DAK öffne die Tür zu einer umfassenden Automatisierung und Digitalisierung des Schienengüterverkehrs. Grundlage für eine flächendeckende Einführung sei allerdings ein abgestimmtes Vorgehen in Europa.

Neue Art Güterzüge zusammenzustellen

Mit der Digitalen Automatischen Kupplung werden Güterwagen sowie deren Strom-, Daten- und Druckluftleitungen automatisch und ohne schwere körperliche Arbeit miteinander gekuppelt. Das Zusammenstellen von Güterzügen, das laut DB noch überwiegend mit Schraubenkupplungen per Hand geschieht, werde mit der DAK wesentlich effizienter und entlaste die Bahnmitarbeiter. Sabina Jeschke, DB-Vorständin für Digitalisierung und Technik:

„Wir freuen uns, dass wir dieses Projekt gemeinsam mit unseren starken Partnern im Konsortium umsetzen können. Wenn die Digitale Automatische Kupplung in ganz Europa eingeführt wird, ist das eine Revolution für den Güterverkehr auf der Schiene – und eine enorme Erleichterung für die Mitarbeiter.“

Kupplungs-Prototypen

In einem ersten Schritt sollen zwölf Güter- und Kesselwagen von DB Cargo und GATX mit Kupplungs-Prototypen von vier verschiedenen Herstellern ausgerüstet werden. Danach werden die ersten technischen Tests beginnen, die die Auswahl eines Kupplungstypen zum Ergebnis haben, so das Unternehmen. In der zweiten Phase werde dann ein Demonstratorzug aus 24 Güterwagen mit dem ausgewählten Kupplungstyp ausgerüstet und in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich und weiteren europäischen Ländern fahren. Die DAK werde dabei unter anderem im täglichen Einsatz in den Rangierbahnhöfen erprobt.

 

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

„Die EU-weite Einführung einer DAK ist keine Aufgabe, die allein auf der Ebene der Mitgliedstaaten angegangen werden kann – hier sind europäische Lösungen gefordert. Insbesondere die großen finanziellen Herausforderungen werden nicht durch die Unternehmen allein gelöst werden können. Dazu wird ein umfassendes und ausreichend ausgestattetes europäisches Förderprogramm notwendig sein. Das BMVI wird die Einführung einer DAK weiterhin fördern und hat deshalb das Forschungsprojekt ‚DAK-Demonstrator' in Auftrag gegeben. Wir werden dieses Projekt in den nächsten zweieinhalb Jahren mit etwa 13 Millionen Euro finanzieren.“

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