Pharmalogistik: Movianto setzt Kühllösung für Indivior um

Mit der Anwendung kann der US-amerikanische Arzneiproduzent nun erstmals kühlpflichtige Betäubungsmittel lagern.

Movianto lagert kühlpflichtige Betäubungsmittel für Indivior nun in großen Spezialkühlschränken. (Foto: Movianto)
Movianto lagert kühlpflichtige Betäubungsmittel für Indivior nun in großen Spezialkühlschränken. (Foto: Movianto)
Sandra Lehmann

Um seinem langjährigen Kunden Indivior die Einführung neuer Medikamente zur Behandlung von Suchtkranken in Deutschland zu erleichtern, hat der auf die Pharma- und Gesundheitsbranche spezialisierte Dienstleister Movianto über mehrere Monate eine individuelle Logistiklösung entwickelt, die nun am Standort im saarländischen Neunkirchen umgesetzt wurde. Das gab Movianto kürzlich via Pressemeldung bekannt.

Der Dienstleister ermöglicht dem US-Pharmaunternehmen demnach erstmals die Lagerung und Distribution von Betäubungsmitteln, die den Anforderungen der Kühlkette unterliegen und daher bei zwei bis acht Grad Celsius gelagert und versendet werden müssen. Gleichzeitig übernehme Movianto mit seinem „Order to Cash“-Service das komplette Fulfillment.

„Im Auftrag von Indivior nimmt unser Kundenservice-Team die Bestellungen von Großhändlern oder Apotheken entgegen, veranlasst die Kommissionierung und den Versand, erstellt die Rechnung und überwacht den Zahlungseingang“, sagt Dennis Spamer, Geschäftsführer von Movianto Deutschland. „Anstatt alle Wertschöpfungsstufen selbst einzurichten, kann das Outsourcing dieser Leistungen die Produkteinführungszeit vor allem für ausländische Unternehmen deutlich verkürzen.“

Movianto ist nach Eigenangaben bereits seit mehr als zehn Jahren für Indivior tätig, neben Deutschland auch in Dänemark und Spanien. Bislang hat es jedoch nur die Logistik von Artikeln übernommen, die im Raumtemperaturbereich von 15 bis 25 Grad Celsius gelagert werden müssen.

„Die neuen Produkte unterliegen den Anforderungen der Kühlkette. Zudem fallen sie wie die anderen Indivior-Artikel in den Bereich der Betäubungsmittel, für die besonders hohe Sicherheits- und Dokumentationsstandards gelten“, erklärt Spamer. „Deshalb haben wir in unserem Betäubungsmittellager in Neunkirchen mit Hilfe von Spezialkühlschränken Lagermöglichkeiten im Temperaturbereich zwischen zwei und acht Grad Celsius geschaffen.“

Die Movianto-Mitarbeiter seien speziell für den Umgang mit allen zu lagernden Gegenständen in den validierten Kühlschränken geschult.

„Jedes Öffnen eines Kühlschranks, jede Befüllung und jede Entnahme muss dokumentiert werden“, erläutert der Geschäftsführer.

Das gesamte Movianto-Lager in Neunkirchen ist videoüberwacht. Der BTM-Bereich ist zusätzlich gesichert. Nur bestimmte Mitarbeiter haben Zutritt. Wie ein riesiger Tresor seien die Eingänge mit massiven Stahltüren gesichert. Die bis zu einem halben Meter dicken Wände sind nach Movianto-Aussagen mit Erschütterungssensoren ausgestattet, die Einbruchsversuche sofort als stillen Alarm an die Polizei weiterleiten.