Pharmalogistik: Baustart von „Projekt Neuland“

Die Linz AG-Tochter Donaulager Logistics will die Tiefkühl-Halle bis Herbst 2022 fertigstellen.

Trotz Lockdowns konnten die Bauarbeiten für die Tiefkühl- und Pharmahalle fristgerecht starten. (Foto: Donaulager Logistics)
Trotz Lockdowns konnten die Bauarbeiten für die Tiefkühl- und Pharmahalle fristgerecht starten. (Foto: Donaulager Logistics)
Melanie Wack

Trotz der Lockdowns ab dem Spätherbst konnten die Bauarbeiten für eine neue Tiefkühl- und Pharmahalle im Bereich der Verlandungsfläche/Hafenbecken 2 in den letzten Wochen 2020 in Linz starten. Der für November 2020 angekündigte offizielle Spatenstich des „Projekt Neuland“ musste entfallen, das verkündete die Linz AG-Tochter Donaulager Logistics kürzlich. Die Errichtung der neuen Tiefkühl- und Pharmahalle unterstreicht der Mitteilung zufolge die wirtschaftliche Bedeutung des Hafenareals, sichert Arbeitsplätze sowie die Versorgung mit wichtigen Gütern und trägt im Bereich der Logistikdienstleistung, dem Geschäftsfeld des Unternehmens, wesentlich zur Marktabsicherung der Zukunft bei. Die Fertigstellung der Halle sei bis Herbst 2022 geplant.

„Mit dieser hochmodernen Tiefkühl- und Pharmahalle stellen wir sicher, im bestehenden Marktumfeld für die Zukunft gestärkt und bestens vorbereitet zu sein. Darüber hinaus leisten wir mit dieser Investition einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungs- und Arbeitsplatzsicherung in der Region“, unterstreicht LINZ AG-Generaldirektor DI Erich Haider die generelle Bedeutung der neuen Halle.

Meilenstein in der Entwicklung

Als Kernstück des Projekts bildet die neue Halle künftig mit dem „Hafenportal“ und dem „Hafenturm“ die ost-westlich ausgerichtete „Freizeitachse“, so Donaulager Logistics. Die Idee der Freizeitachse bestehe darin, einen öffentlich zugängigen Weg vom Posthof bis zum Hafenbecken 2, also direkt zum Wasser, zu schaffen. Der fortschreitende Erfolg, die stetig steigenden Marktänderungen und neue Geschäftsideen erfordern mehr Platz, so heißt es in der Mitteilung. Daher hat sich der Logistikdienstleister dazu entschlossen, ein neues Distributionszentrum am Linzer Hafen zu errichten.

Bürgermeister Klaus Luger sagt: „Das Hafenviertel zählt zu den spannendsten Entwicklungsgebieten der Stadt. Für die Wirtschaft wie auch für die Linzer Bevölkerung stellt es einen enormen Mehrwert dar. Eine neue Freizeitfläche mit Aussichtsturm rückt den Hafen in das öffentliche Leben. Die neue moderne Halle bietet Infrastruktur auf höchstem Niveau. Die Linz AG leistet hier hervorragende Arbeit. Darüber hinaus sind die hier getätigten Investitionen ein wichtiger Schritt im Kampf um jeden Linzer Arbeitsplatz.“

Moderne Infrastruktur

Die neue Halle entsteht auf einer Gesamtfläche von rund 10.000 Quadratmetern und dient zur professionellen Aufbewahrung von Tiefkühl- und Pharmaprodukten. Im nördlichen Bereich der Halle ist laut Donaulager Logistics ein vollautomatisches Tiefkühl-Hochregallager situiert. Im südlichen Bereich der Halle befindet sich ein Pharma-Lager mit Verschiebe- und Breitgangregalen. Die Lagereinheiten verfügen über modernste Infrastruktur nach dem neuesten Stand der Technik und können Temperaturbereiche von minus 25 Grad bis plus 25 Grad Celsius abdecken. Die Halle werde unter Berücksichtigung des Prinzips der Nachhaltigkeit errichtet.

Krankenhauslogistik für die Zukunft

Donaulager Logistics besitzt nach Eigenangaben alle notwendigen Zertifizierungen für die Logistik sensibler Güter, wie jener zur Versorgung von Krankenhäusern, Kliniken oder Pflegeeinrichtungen. Eine hochdigitalisierte IT-Landschaft sorge dafür, dass jede einzelne Charge lückenlos und validiert zurückverfolgt werden kann.

„Das alles ist durch die Pandemie wieder zum Thema geworden. Es geht darum, rasch beim Verbraucher zu sein, Transporte zu bündeln und Lieferungen rund um das Thema Krankenhausbedarf und Pharma zu gewährleisten. Mit Inbetriebnahme der neuen Halle ist die oberösterreichweite Versorgung mit Gütern aus diesen Spezialsegmenten sichergestellt“, ergänzt Gottfried Buchinger, Geschäftsführer von Donaulager Logistics.

Doppelte Nutzungsmöglichkeit

Um die wirtschaftliche Zukunft des Standortes abzusichern, wurde laut Mitteilung 2014 ein Masterplan der Öffentlichkeit präsentiert und darauf aufbauend das „Projekt Neuland“ ins Leben gerufen. Neben der betrieblichen Expansion des Linzer Handelshafens noch mehr in Richtung Logistik und Dienstleistung sei eine architektonische Aufwertung des Stadtteils mittels verschiedener Neubauten geplant. Ziel ist demnach eine städtebauliche Entwicklung, verbunden mit der teilweisen Nutzung des Hafengebietes durch die Bevölkerung. So entsteht der Meldung zufolge auf dem Dach der neuen Tiekühl- und Pharmahalle ein öffentlich nutzbarer Freizeit- und Erlebnisraum.

„Durch die zwei voneinander getrennten Ebenen sind Betriebsgelände und öffentlicher Raum mit Wasserzugang zur gleichen Zeit am selben Ort möglich. Diese doppelte Nutzung ist für Linz einzigartig und verleiht dem Hafen einen unverwechselbaren Charakter“, meint Linz AG-Generaldirektor DI Erich Haider.

Mit Aussicht

„Der Neubau der Logistikhalle entspricht nicht nur der betrieblichen Expansionsstrategie von Donaulager Logistics, sondern stößt mit der Einbindung der Öffentlichkeit ein Tor in eine neue Ära auf: Mit dem ‚Projekt Neuland‘ entwickelt sich das gesamte Hafen-Areal in den kommenden Jahren zu einem lebendigen, urbanen Treffpunkt von Öffentlichkeit, Freizeit, Gewerbe und Industrie“, sagt Hafendirektor Mag. Harald Kronsteiner, MBA.

Der öffentliche Freizeit- und Erlebnisbereich auf der Dachfläche der neuen Logistikhalle befindet sich in zirka 18 Metern Höhe auf einer Fläche von rund 3.600 Quadratmetern, so die Mitteilung. Das entspreche in etwa der Größe des Linzer Schillerparks. Die neue Anlage lade zum Flanieren, Spazieren oder Verweilen ein. Auch kleinere Veranstaltungen seien möglich. Aufgrund der Statik des Hallendaches können sich jedoch maximal 300 Personen zur gleichen Zeit auf dem Dach aufhalten.

Mehrere Gehwege werden durch verschiedene Flächen führen, die je nach Jahreszeit unterschiedlich blühen und mit Stauden, Sträuchern oder Bäumen bepflanzt sind. Generell sei die neue Freizeitfläche in mehrere Bereiche unterteilt. So gebe es spezielle Zonen für Kinder oder Jugendliche aber auch Ruhebereiche. Von oben aus könne auch der betriebsame Hafenalltag beobachtet werden.

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