Pharma: Ein Jahr, eine Milliarde serialisierte Arzneimittelpackungen

Das digitale Fälschungsschutzsystem „SecurPharm“ zieht nach einem Jahr Bilanz.

Martin Bergen. Geschäftsführer von SecurPharm, sieht ein Jahr nach Einführung der Serialisierungspflicht für verschreibungspflichtige Medikamente, Erfolge und Herausforderungen bei der Implementierung. (Foto: SecurPharm)
Martin Bergen. Geschäftsführer von SecurPharm, sieht ein Jahr nach Einführung der Serialisierungspflicht für verschreibungspflichtige Medikamente, Erfolge und Herausforderungen bei der Implementierung. (Foto: SecurPharm)
Therese Meitinger

Mehr als eine Milliarde Arzneimittelpackungen mit neuem digitalen Schutz und täglich mehr als sechs Millionen Scans in Apotheken und Großhandel meldet das digitale Fälschungsschutzsystem „SecurPharm“ für das erste Praxisjahr seiner Anwendung. Vor einem Jahr, am 9. Februar 2019, ging das SecurPharm-System für die Umsetzung der EU-Fälschungsschutzrichtlinie in Apotheken, Kliniken, pharmazeutischen Großhandlungen und Pharmaunternehmen an den Start.

Nahezu alle verschreibungspflichtigen Arzneimittel, die seitdem in Verkehr gebracht werden, müssen nach Maßgabe der Direktive zusätzliche Sicherheitsmerkmale – einen Erstöffnungsschutz und eine individuelle Packungsnummer – tragen und werden noch einmal auf Echtheit geprüft, ehe sie den Patienten erreichen. Für Patienten bedeute dies einen noch besseren Schutz vor gefälschten Arzneimitteln, argumentiert SecurPharm e. V., die zuständige Organisation für die Echtheitsprüfung von Arzneimitteln. Doch die Organisation sieht in Deutschland nach einem Jahr auch Herausforderungen im Zusammenhang mit dem System. Man werde im zweiten Jahr an der Systemperformance arbeiten, auch in Koordination mit den Schutzsystemen anderer EU-Länder, so SecurPharm.

„Die Einführung des SecurPharm-Systems verlief erfolgreich, auch wenn noch einige Herausforderungen vor uns liegen. Die gründliche Vorbereitung und die Testmöglichkeiten haben dazu geführt, dass die Marktteilnehmer die Umstellung auf den digitalen Ausweis für Arzneimittelpackungen pünktlich und flächendeckend zum Stichtag vollzogen haben“, so Martin Bergen, Geschäftsführer von SecurPharm e.V. „Die Einführung des securPharm-Systems ist aber erst der Beginn eines längeren Weges zu einem europaweit verbesserten Fälschungsschutz für Arzneimittel.“

Steigende Erfassungszahlen

Die Umstellung auf diesen digitalen Fälschungsschutz war SecurPharm zufolge trotz des organisatorischen, technischen und finanziellen Aufwandes nicht nur ein gesetzlicher Auftrag, sondern fand von Beginn an eine hohe Akzeptanz bei Pharmaunternehmen, Großhändlern und Apotheken. Zum Systemstart seien fast alle erwarteten Teilnehmer mit dem SecurPharm-System verbunden gewesen, so die Organisation. Derzeit nutzten unter anderem 19.330 Apotheken, 408 Krankenhausapotheken, 945 Großhändler und 386 Hersteller in Deutschland das System.

Auch die deutlich gestiegenen Zahlen im System erfasster Packungen mit dem zusätzlichen Schutz sieht SecurPharm als Belegt die gelungene technische und organisatorische Umstellung in Produktion, Logistik und der Versorgung vor Ort. Waren zum Start am 9. Februar 2019 der Organisation zufolge nur 65 Millionen Packungen im deutschen System erfasst, ist diese Menge zum Jahresende 2019 auf 1050 Millionen gestiegen. Die Anzahl der Scans in Apotheke und Großhandel zur Überprüfung und Abgabe digital gesicherter Packungen sei auf 6,2 Millionen pro Werktag gestiegen. Nach vollständiger Umstellung sollen allein in Deutschland voraussichtlich 10 Millionen Scans pro Werktag durchgeführt werden. Die aktuelle Differenz erklärt sich zum Beispiel daraus, dass vor dem 9. Februar 2019 in Verkehr gebrachte Arzneimittel weiterhin bis zum Ablauf ihres Verfalldatums in Apotheken abgegeben werden dürfen.

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