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Paketzustellung: Kunden wollen für neue Services extra zahlen

PwC legt neue Studie zu „Wegen aus dem Paketdilemma“ vor.

Zwei Drittel der deutschen Verbraucher ist es laut einer neuen Studie wichtig, ihr Paket in einem selbst gewählten Zeitfenster in Empfang nehmen zu können. (Foto: Halfpoint/Adobe Stock)
Zwei Drittel der deutschen Verbraucher ist es laut einer neuen Studie wichtig, ihr Paket in einem selbst gewählten Zeitfenster in Empfang nehmen zu können. (Foto: Halfpoint/Adobe Stock)
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Matthias Pieringer

65 Prozent der Deutschen ist die Paketzustellung innerhalb eines selbst gewählten Zeitfensters wichtig. Vier von zehn Bundesbürgern würden dafür einen Aufpreis von durchschnittlich 2,40 Euro in Kauf nehmen. Diese Erkenntnisse ergeben sich aus der im Dezember 2018 veröffentlichten Studie „Flexibel, schnell, umweltfreundlich: Wege aus dem Paketdilemma“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), für die 1.000 repräsentativ ausgewählte Bürger befragt wurden.

„Konsumenten sind sich zunehmend bewusst, dass Paketlieferungen kein freies Gut sind. Sie nehmen durchaus Qualitätsunterschiede wahr und sind bereit, für flexible, zuverlässige, schnelle und umweltfreundliche Leistungen zu bezahlen“, sagte Dietmar Prümm, Leiter des Bereichs Transport und Logistik bei PwC Deutschland. „Für Logistiker und Onlinehändler eröffnet dies neue Optionen: Sie müssen sich nicht alleine über den Preis differenzieren, sondern können auch durch ihre Leistung punkten.“

Flexibilität geht vor Schnelligkeit

Ein hohes Maß an Flexibilität sei für die Verbraucher tendenziell wichtiger als die reine Liefergeschwindigkeit; zudem seien sie an Lieferservices interessiert, „die bislang noch nicht einheitlich angeboten werden“, so PwC. 64 Prozent wünschen sich demnach, dass der Paketbote an der Haustür Retouren entgegennimmt; 63 Prozent legen Wert auf die Auswahl zwischen verschiedenen Paketdienstleistern beim Bestellvorgang. Und auch für diese neuen Services, sind Verbraucher laut PwC bereit zu zahlen: 36 Prozent der Befragten würden die Mitnahmen von Retouren durchschnittlich 2,22 Euro bezahlen, 23 Prozent ist die Auswahl zwischen verschiedenen Paketdienstleistern durchschnittlich 2,21 Euro wert.

Weiteres Ergebnis der Studie: Schnelle Lieferungen stehen nicht so hoch in der Verbraucher-Gunst. Zwar wünscht sich die Mehrheit der Deutschen, die Bestellung am nächsten Tag (59 Prozent) zu empfangen, dennoch halten gerade einmal 26 beziehungsweise 17 Prozent der Befragten eine Zustellung am selben Tag oder gar innerhalb von zwei Stunden für wichtig. Dafür liegt die Zahlungsbereitschaft PwC zufolge mit Werten zwischen 2,74 Euro (Zustellung am nächsten Tag) und 5,19 Euro (Belieferung innerhalb von zwei Stunden) vergleichsweise höher, wenngleich unter den derzeitigen Marktpreisen für solche Services.

Neue Chancen für KEP-Dienste

„Aus den zunehmend hohen und teils volatilen Anforderungen der Kunden ergeben sich neue Chancen für die Paketdienste, die mit differenzierten Belieferungsservices, verbunden mit einer ausgewogenen Preisstrategie punkten können", sagte Prof. Dr. Nikolas Beutin, Leiter der Customer Practice bei PwC Deutschland.

Jeder Zweite offen für Abholung

Wie PwC weiter berichtete, werde der mit Abstand größte Teil aller Pakete bislang an die Haustür des Endkunden geliefert. Bemerkenswert sei dabei das Befragungsergebnis, dass jeder Zweite grundsätzlich bereit wäre, seine Pakete in einem Paketshop oder an einer Packstation abzuholen, sofern dies zum Standard werden sollte. In diesem Szenario sei der Hälfte der Befragten die Lieferung nach Hause durchschnittlich 2,77 Euro wert.

Letzte Meile: Skepsis gegenüber Konzept eines einzigen neutralen Anbieters

Ein weiterhin diskutiertes Konzept auf der Suche nach einem optimalen Versandservice in den Innenstädten besteht nach PwC-Angaben darin, „die Belieferung auf der kostspieligen letzten Meile einem einzigen neutralen Anbieter zu übertragen.“ Dieses Konzept stoße jedoch in der Bevölkerung auf wenig Zustimmung: Zwei von drei Befragten lehnen dies den Angaben zufolge ab. Sie würden, so PwC, vor allem Einbußen beim Service (48 Prozent) und höhere Preise (42 Prozent) befürchten.

Nachhaltigkeit bei den Jüngeren hoch im Kurs

Was die Studie auch zeigt: 63 Prozent ist eine Kohlendioxid-neutrale, schadstoff- und geräuscharme Belieferung wichtig. Aber nur jeder dritte Befragte ist bereit, für den umweltfreundlichen Transport eines Pakets einen Aufpreis in Höhe von durchschnittlich 2,34 Euro zu bezahlen. Bemerkenswert sei, so PwC, in dem Zusammenhang: „Nachhaltigkeit ist gerade den jüngeren Konsumenten wichtig und ihre Zahlungsbereitschaft dementsprechend höher.“ Wenn es um die Unterstützung umweltfreundlicher Transporte gehe, sehe nur jeder zehnte Deutsche die Verbraucher in der Pflicht. 42 Prozent der Befragten verweisen auf die Händler. Und 32 Prozent wollen die Paketdienste in die Verantwortung nehmen.

„Nicht nur der Kundenwunsch, auch Umweltauflagen sollten Händler und Paketdienste veranlassen, die letzte Meile durch entsprechende Flotten- und Distributionsstrukturen umweltfreundlich zu gestalten. Aber auch der Endkunde kann durch sein Bestell- und Rücksendeverhalten zu einem nachhaltigen Onlinehandel beitragen“, sagte Hendrik Fink, Leiter Sustainability Services bei PwC Deutschland.

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