Werbung
Werbung
Werbung

Paketlogistik: Kunde wird zum Prozessgestalter

Bevh und MRU nehmen KEP-Markt und Wandel der Zustelllösungen unter die Lupe.
(Foto: Cybrain/ Fotolia)
(Foto: Cybrain/ Fotolia)
Werbung
Werbung
Matthias Pieringer

Im Jahr 2015 sind 2,3 Milliarden Pakete in Deutschland befördert worden, mehrheitlich im Geschäft mit Privatkunden. Dies zeigt eine aktuelle Studie, die am 5. September 2016 gemeinsam vom Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V.(bevh) sowie der auf den KEP-Markt spezialisierten Unternehmensberatung MRU GmbH in Hamburg veröffentlicht wurde. Wie aus der Untersuchung weiter hervorgeht, wurden 2015 für mehr als 9,6 Milliarden Euro Umsatz (plus sieben Prozent im Vorjahresvergleich) Pakete in Deutschland transportiert.

B2C-Paketmarkt profitiert

Laut den Studienautoren profitiert dabei insbesondere der B2C-Paketmarkt mit einem Marktanteil von 54 Prozent vom anhaltenden Wachstum des E-Commerce. „So dominieren die insbesondere auf das B2C-Segment ausgerichteten Paketdienste wie DHL (49 Prozent Marktanteil) und Hermes (14 Prozent Marktanteil) den Markt und machen gemeinsam mehr als die Hälfte des gesamten Paketmarktes aus“, hieß es. Das übrige Segment verteile sich auf die Wettbewerber, die stärker auf B2B ausgerichtet seien, wie DPD (16 Prozent Marktanteil), UPS (13 Prozent Marktanteil) und GLS (acht Prozent Marktanteil).

Konsument wird Dirigent auf der LetztenMeile

„Ganz klar: Das private Bestellverhalten der Kunden ist der wichtigste Wachstumstreiber im Paketmarkt. Und die Dynamik der letzten Jahre wird sich fortschreiben. So rechnen wir in diesem Jahr mit einem erneuten Umsatzplus von zwölf Prozent im E-Commerce“, so Christoph Wenk-Fischer, bevh-Hauptgeschäftsführer. Sehr bald schon wird laut Wenk-Fischer „nicht mehr nur das Angebot, sondern die angenehmste Lieferoption die Kaufentscheidung des Kunden beeinflussen“. Und somit werde er auch „zum entscheidenden Prozessgestalter der Letzten Meile“.

43,5 Millionen Pakete fürBerlin

Rund 1,25 Milliarden Sendungen (2014: 1,15 Milliarden; plus 8,6 Prozent) wurden der Studie zufolge 2015 an deutsche Haushalte ausgeliefert. Dabei ähnelt laut den Angaben die geografische Verteilung des Paketvolumens annähernd der Bevölkerungsverteilung. In der deutschen Hauptstadt, mit seinen rund 3,5 Millionen Einwohnern wurden, wie der bevh und MRU meldeten, 43,5 Millionen Pakete registriert. Ländliche Regionen, insbesondere die neuen Bundesländer, wiesen hingegen die geringsten Paketvolumina auf.

Die Warengruppe Bekleidung ist gemäß der Mitteilung mit einem Paketvolumen von 270 Millionen die umsatz- und absatzstärkste Warengruppe im Interaktiven Handel.

Spannungsfeld für die Logistik

Im Zuge des stetigen Wachstums sowohl des E-Commerce- als auch des Paketmarktes zeichne sich ein grundlegender Wandel der Zustellprozesse ab. Hier beginne, wie es weiter hieß, „das Dilemma der Logistiker: die Anpassung der Kapazitäten an das zukünftige Wachstum und die Abstimmung der Services auf die sich weiter individualisierenden Anforderungen“. Vor dem Hintergrund dieses Spannungsfeldes hätten neue Konzepte auf der letzten Meile, marktfremde Anbieter und die sich wandelnden Endkundenanforderungen einen KEP-Markt geschaffen, der sich, primär auf den E-Commerce ausgerichtet, von den bisherigen Angeboten unterscheidet.

Endkundenorientierte Dienstleistung

„Hand in Hand mit dieser Entwicklung vollzieht sich ein grundlegender Wandel der Zustelllösungen, von der Prozessorientierung hin zur endkundenorientierten Dienstleistung. Die Geschwindigkeit der Zustellung ist nur noch ein Aspekt einer bedürfnisorientierten flexiblen Prozesskette,“ sagte Horst Manner-Romberg, Geschäftsführer der MRU GmbH, über die Entwicklung. „Auch, wenn eine Vielzahl der innovativen Ideen, Konzepte und Projekte eine dauerhafte Tragfähigkeit weder im Hinblick auf Kundenakzeptanz noch auf Wirtschaftlichkeit oder Nachhaltigkeit unter Beweis stellen konnten; die neuen Lieferservices haben das Potenzial, das Bild des Marktes von Grund auf zu verändern.“

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung