Matthias Pieringer

Der Bereich Supply Chain- und Netzwerkmanagement der TU Darmstadt hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG eine wissenschaftliche Studie mit dem Titel „4th Party Logistics – Chancen und Herausforderungen“ durchgeführt. Im Rahmen der 2013 erstellten und kürzlich veröffentlichten Studie wurden über 70 Verlader sowie mehrere Dienstleister, die sich als 4PL positioniert haben, befragt, um den Status quo in puncto 4PL-Einsatz sowie künftige Einsatzpotenziale zu analysieren. Das Werk liefert also Informationen über den Verbreitungsgrad, das Potenzial und die Herausforderungen des 4PL-Ansatzes in deutschen Unternehmen.

Bei 4PL-Anbietern handelt es sich um Logistikdienstleister, die die logistischen Geschäftsprozesse entlang der kompletten Wertschöpfungskette des beauftragenden Unternehmens planen, steuern und kontrollieren, ohne über eigene Transportkapazitäten zu verfügen.

Die Studienergebnisse zeigen, dass das 4PL-Modell noch immer ein Nischendasein pflegt, obwohl umfangreiche Potenziale für dessen Einsatz bestehen würden. Während die Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) oft aufgrund mangelnder Logistikressourcen gefährdet ist, sehen sich Großunternehmen mit heterogenen und meist wenig zentralisierten Logistikstrukturen konfrontiert. 4PL-Dienstleister können hier der Untersuchung zufolge helfen, indem sie ihren Kunden umfangreiche Expertise, etwa in den Bereichen Zoll, steuerliche Optimierung oder Netzwerkplanung zur Verfügung stellen und bei der Restrukturierung der Logistik unterstützen.

Die Studienergebnisse machen außerdem deutlich, dass durch die Vergabe von Aufgaben des Logistikmanagements an 4PL-Dienstleister Kosteneinsparungen bei einer gleichzeitigen Steigerung der Flexibilität und Erhöhung von Qualitätsstandards erreicht werden können. Insbesondere aufgrund der höheren Abhängigkeit vom 4PL-Dienstleister im Vergleich zum klassischen Systemdienstleister schreckten viele der befragten Verlader jedoch noch vor dem 4PL-Einsatz zurück, heißt es.

Printer Friendly, PDF & Email