Opfer des Pleitegeiers

Rail Cargo Austria: Macher und Riessland treten zurück.
Redaktion (allg.)

Friedrich Macher (l.) und Günther Riessland (r.), die beiden Vorstände der österreichischen Rail Cargo Austria AG (RCA), legen ihr Mandat nieder. Denn die Güterverkehrssparte der staatlichen ÖBB-Holding AG, Wien, schreibt seit Jahren rote Zahlen. Im laufenden Jahr wird sich der Verlust auf bis zu 300 Mio. Euro summieren, sagte ÖBB-Chef Christian Kern dem Onlineportal „DiePresse.com“. Interimistisch übernimmt er demnach bis Ende Januar 2011 das Ruder bei der RCA gemeinsam mit Andreas Fuchs. Macher und Riessland stehen dem Unternehmen für ihre restliche Vertragslaufzeit „mit halbierten Bezügen“ zur Verfügung, heißt es weiter. Wer ab Februar die Leitung der RCA übernimmt, ist unklar. Die Managementposten sollen neu ausgeschrieben werden.

2013 soll die RCA wieder schwarze Zahlen schreiben. Bei der ungarischen Tochter Rail Cargo Hungaria (RCH) will Kern bis zu 1.000 Stellen streichen. Auch Gustav Poschalko, als früherer Holding-Vorstand für den Kauf der ungarischen Güterverkehrsbahn MAV Cargo (heute RCH) mitverantwortlich, muss gehen. Zum Kauf der ungarischen Bahn ermittelt die Justiz wegen Korruptionsverdachts, schreibt DiePresse.com. Durch geplante Sanierungsmaßnahmen rechnet Kern dem Bericht zufolge mit einem Marktanteilsverlust der RCA von zehn bis 15 Prozent. Auch der Anteil der Schiene am gesamten Güterverkehrsaufkommen Österreichs wird demnach von 37 auf 33 Prozent sinken.

(akw)
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