Open Source für Logistik: Open Logistics Foundation und ETP ALICE kooperieren

Die Brüsseler Plattform ist der erste internationale Netzwerkpartner der Initiative.

Von links nach rechts: Fernando Liesa (Secretery General der ETP ALICE), Francois Regis le Tourneau (Chairman der ETP ALICE), Andreas Nettsträter (CEO der Open Logistics Foundation) und Thorsten Hülsmann (CFO der Open Logistics Foundation) zeigen stolz die unterschriebene Absichtserklärung. (Bild: Open Logistics Foundation)
Von links nach rechts: Fernando Liesa (Secretery General der ETP ALICE), Francois Regis le Tourneau (Chairman der ETP ALICE), Andreas Nettsträter (CEO der Open Logistics Foundation) und Thorsten Hülsmann (CFO der Open Logistics Foundation) zeigen stolz die unterschriebene Absichtserklärung. (Bild: Open Logistics Foundation)
Therese Meitinger

Um die Verbreitung kollaborativer Open-Source-Lösungen für Logistik und Supply Chain Management (SCM) stärker voranzutreiben, haben zwei breitvernetzte europäische Non-Profit-Organisationen zum 19. Dezember eine Absichtserklärung zur verstärkten Kooperation geschlossen. Das berichtet eine Pressemitteilung vom 9. Januar. Die Open Logistics Foundation und die European Technology Platform (ETP) ALICE (Alliance for Logistics Innovation through Collaboration in Europe) aus Brüssel wollen demnach die Kraft ihrer Netzwerke zusammenlegen, um der Branche eine stärkere Stimme zu verleihen und den Stellenwert der Kollaboration für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit Europas zu unterstreichen.

Als Non-Profit-Organisation verfolge, so die Mittelung, die 2021 gegründete Open Logistics Foundation der Logistik aktuell einen neuen Weg, mit dem Ziel, zukunftsfähig zu bleiben: Zusammenarbeit statt striktem Wettbewerb. Dafür sei die Implementierung eines Standards für den digitalen Frachtbrief beziehungsweise eCMR auf Open-Source-Basis aktuell nur der Anfang, zeigt sich die Initiative überzeigt. Die Foundation hat den Anspruch, die internationale Plattform zur Entwicklung von gemeinsamem Code von Mitbewerbern zu werden – immer mit Blick auf nicht marktdifferenzierende Merkmale in Logistik und SCM. Für die angestrebte De-facto-Standardisierung in den relevanten Bereichen sei das Mitwirken möglichst vieler Marktteilnehmer notwendig, argumentiert die Initiative. Der erste internationale Netzwerkpartner ist nun die europäische Technologieplattform für Logistik mit Sitz in Brüssel, die sich aus mehr als 160 Mitgliedern aus allen SCM-Disziplinen gebildet hat: die ETP ALICE.

Kollaboration und Open Source für Europas Wettbewerbsfähigkeit

„Durch ihre Vernetzung mit der Europäischen Kommission, die hohe Mitgliederzahl sowie ihrer Teilhabe an vielen europaweiten Initiativen ist die ETP ALICE für uns ein optimaler Netzwerkpartner“, erklärt Andreas Nettsträter, CEO der Open Logistics Foundation. „Als auf Kollaboration fokussierter Verein ist die ETP Alice ein bedeutender Unterstützer und Berater der EU-Kommission bei der Einführung neuer Forschungsprogramme.“

Nettsträter verwies auf bereits bestehende Kontakte zwischen den beiden Organisationen. Gemeinsam wolle man der Logistik- und SCM-Branche eine stärkere Stimme verleihen und die Kollaboration als Gamechanger für die Wettbewerbsfähigkeit Europas, aber auch jedes einzelnen Mitglieds, herausstellen.

Fernando Liesa, Secretary General der ALICE, ergänzt:

„In unserer gemeinsamen Agenda steht das Thema ,Physical Internet‘ ganz oben, zugegeben: eines der ehrgeizigsten Konzepte in puncto Effizienz und Nachhaltigkeit in der gesamten Transportlogistik. Umso wichtiger für die Open Logistics Foundation und uns, in diesem Feld als Antreiber für mehr Zusammenarbeit und offene Standards aufzutreten.“

Man werde auf europäischer Ebene gemeinsame Ideation Workshops, Events und Seminare durchführen, um Schmerzpunkte der Logistikindustrie zu identifizieren, so Liesa weiter. Durch die hohe Vielfalt an Stiftungsmitgliedern könnten dabei unterschiedlichste Interessengruppen aus ganz Europa ein Sprachrohr finden.