Onlinehandel: Logistik im E-Commerce leidet unter Krisen

Laut einer Studie des Händlerbunds hat die Inflation Auswirkungen auf mehr als 70 Prozent der Shopbetreiber.

Der E-Commerce in Deutschland leider unter aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen - aber auch unter dem Retourenverhalten der Konsumenten. Das zeigt eine aktuelle Studie des Händlerbunds. (Symbolbild: Ipopba/Adobe Stock)
Der E-Commerce in Deutschland leider unter aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Krisen - aber auch unter dem Retourenverhalten der Konsumenten. Das zeigt eine aktuelle Studie des Händlerbunds. (Symbolbild: Ipopba/Adobe Stock)
Sandra Lehmann

2022 war die Logistik im Wirtschaftszweig E-Commerce durch diverse Krisen bestimmt. So litten laut einer Umfrage des Händlerbunds unter 128 Onlinehändlern im Mai 2023 etwa 74 Prozent der Teilnehmer unter der Inflation, 55 Prozent unter dem Krieg in der Ukraine. Lediglich die Herausforderung der Rohstoffknappheit ist der Studie zufolge zurückgegangen – von 70 Prozent im Jahr 2021 auf 56 Prozent in 2022.

Problematisch ist laut Händlerbund auch das Rücksendeverhalten deutscher Konsumenten: Die verbraucherfreundlichen Regelungen zum Widerrufsrecht würden viele Händler dazu zwingen Retouren anzunehmen, auch wenn diese beschädigt oder abgenutzt zurückkommen. Die Mehrzahl von 57 Prozent bestätigt dies und erhält rund jedes fünfte Paket (19,5 Prozent) mit nicht einwandfreier Ware zurück. Für 51 Prozent bedeute das hin und wieder ein Minusgeschäft. „Wir appellieren deshalb erneut an Verbraucher, mit Waren gewissenhaft umzugehen und Retouren möglichst zu vermeiden, indem jeder Bestellung eine Kaufabsicht zugrunde liegt“, sagt Händlerbund CEO Tim Arlt. Kostenfreie Versandbedingungen sollten kein Freifahrtschein für Spaßbestellungen sein.

Seit Jahren berichten Onlinehändler (66 Prozent) der Interessenorganisation zufolge, dass bei der Wahl der Versandverpackung der Kostendruck entscheidend ist. Zunehmend spielten aber auch Kriterien der Nachhaltigkeit eine Rolle. Mit 61 Prozent hat der Großteil der Händler in letzter Zeit Plastikverpackungen durch natürliche Materialien ersetzt.

DHL ist Spitzenreiter

Bildet man den Durchschnitt aller Ergebnisse, fertigen knapp zwei Drittel der Onlinehändler täglich bis zu 50 Bestellungen ab, heißt es in der Studie. Die Pakete würden bei der Mehrzahl (67 Prozent) einmal täglich abgeholt und zwar vorzugsweise vom Versanddienstleister DHL (82 Prozent), der seit Jahren das Ranking der Händlerbund-Logistik-Studie anführe. Begründet werde das von Händlern mit der Zuverlässigkeit, die für 88 Prozent am wichtigsten sei. Während die DHL Group ihre Spitzenposition verteidigt, gewinnen UPS (21 Prozent) und Hermes (19 Prozent) in 2023 deutlich an Sympathie, so der Händlerbund.